sf
29.01.16 / 13:14
Heft 03/2016 Titel
Zahnärztliche Ergonomie

Haltung annehmen!

Sind Rückenschmerzen schicksalhaft? Fast zwei Drittel haben es schließlich im Kreuz. Richtig ist: Ergonomie ist nicht nur eine Frage der Physis. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Haltung annehmen!




Andy Kiersz, Mathematiker und Journalist, publizierte am 2. November 2015 auf www.businesinsider.com ein Ranking der 27 ungesundesten Berufe der USA. Dabei stand vor dem Beruf der Flugbegleiter und dem der Anästhesisten der Zahnarztberuf auf Platz 1 – was für eine Schlagzeile für den Berufsstand, auch gleich von zm-online am 10. November 2015 mit der Überschrift „Zahnarzt – Der wohl ungesündeste Job der Welt“ verallgemeinert. Als Top-

Risiko galt die Belastung durch Schadstoffe mit 84 Punkten (auf einer Skala von null bis 100), gefolgt von der Ansteckungsgefahr durch Krankheiten und Infektionen mit 75 Punkten. Auch wenn es sich, wie in einer Fußnote erläutert, um Zahnärzte, Oralchirurgen, DHs, ZFAs, Zahntechniker und Zahnprothetiker als gemeinsam betrachtete Gruppe handelte, ist für uns Zahnärzte interessant, dass erst als drittes Top-Risiko mit 67 Punkten die Zeit, die man im Sitzen verbringt („time spent sitting“), genannt wurde. Hier scheint es sich eher um „Sitzen – Die unterschätzte Gefahr“, wie am 9. April 2015 vom STERN für die Allgemeinheit aufbereitet, zu handeln, als spezifisch um „unsere“ Rückenschmerzen.

Weniger über das Sitzen an sich als über die Folgen einer falschen Arbeitshaltung berichtet in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen die zahnmedizinische Fachliteratur weltweit. Tenor: eine große Häufigkeit an Beschwerden im Hals-, Schulter- und Rückenbereich. In Foren, beispielsweise einem der „MEDI-LEARN“- Foren, ist schicksalhaft von „Zahnmedizin und Rückenschmerzen gehören zusammen wie Bergbau und Staublunge“ die Rede.

Man bekommt tatsächlich den Eindruck, dass schon etwas dran ist an der Auffassung, der Zahnarztberuf ist gefährlich für die Gesundheit – möglicherweise sogar mit dramatischen Folgen wie Burn-out oder sogar Berufsunfähigkeit. Richtig ist allerdings wie immer: Kennt man die Ursache, ist Vorbeugung stets die beste Medizin. Je früher man sich der Gefahr bewusst ist, umso schneller lassen sich die eventuell bereits vorhandenen Schäden lindern oder sogar beseitigen.



Mehr zum Thema


Anzeige
Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können