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16.02.06 / 00:13
Heft 04/2006 Medizin
Schutz nur bei richtiger Anwendung

Handschuhe: wann, welche, wie lange und wofür

Wenn Haut oft in Kontakt mit Wasser und Chemikalien kommt, nimmt sie Schaden: Ekzeme und Allergien drohen. Deswegen gibt es Schutzhandschuhe für viele Tätigkeiten in Beruf und Haushalt. Doch auch in ihnen stecken Gefahren. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), gesetzliche Unfallversicherung für Gesundheitsberufe, gibt Tipps, wann welche Handschuhe getragen werden sollten.




„Handschuhe bieten den besten Schutz vor aggressiven Substanzen und infektiösen Materialien“ erläutert Dr. Ute Pohrt von der BGW. „Wer mit diesen Stoffen umgeht, sollte auf jeden Fall welche anlegen.“ Was aber häufig verkannt wird: Auch schon Wasser stellt eine Gefahr dar. Sind die Hände längere Zeit nass oder feucht, weicht die Haut auf, trocknet aus und wird durchlässiger für Stoffe, die sie reizen und schädigen sowie Allergien auslösen können. Handschuhe schützen vor dieser Gefahr. Folgende Materialtypen sind für die unterschiedlichen Tätigkeiten geeignet:

Haushaltshandschuhe sind in der Regel chemikaliendicht und eignen sich für Reinigungs- oder Desinfektionsarbeiten und für alle Feuchtarbeiten im Haushalt, etwa auch fürs Geschirrspülen. Sie können mehrfach verwendet werden und haben Stulpen, die die Unterarme schützen. Mit Baumwollbeschichtung auf der Innenseite sind sie besonders hautverträglich. Für die Toilettenreinigung ein gesondertes Paar verwenden!

Einmalhandschuhe werden hauptsächlich im medizinischen Bereich verwendet. Sie schützen vor Krankheitserregern, in der Regel aber nicht vor Chemikalien. Wasserdicht bedeutet nicht automatisch auch chemikaliendicht. Bei der Versorgung von Wunden und beim Kontakt mit Ausscheidungen, zum Beispiel bei der Pflege alter oder kranker Menschen, sind Einmalhandschuhe angezeigt. Auch bei Tätigkeiten, die die Hände stark verschmutzen oder verfärben, sind sie sinnvoll.

Spezialhandschuhe schützen je nach Typ, vor speziellen Chemikalien, Kälte, Hitze oder Verletzungen. Hier ist eine spezifische Beratung durch einen Betriebsarzt, Apotheker oder den Arbeitsschutzfachhandel empfehlenswert. Bei unkritischer Anwendung können Handschuhe allerdings selbst zur Gefahr für die Haut werden. Die BGW empfiehlt daher:

Nur so lange wie nötig. Bei längerem Tragen stauen sich Wärme und Feuchtigkeit. Die Haut schwitzt und weicht auf. Sobald es möglich ist, eine Handschuh-Pause einlegen.

Baumwollhandschuhe ab zirka 20 Minuten Tragedauer unterziehen. Sie saugen den Schweiß auf. Auch unter bereits baumwollbeschichteten Haushaltshandschuhen sinnvoll, da bessere Trocknung und Haltbarkeit gewährleistet wird.

Handschuhe wechseln, sobald sie beschädigt oder innen feucht geworden sind.

Haushaltshandschuhe pflegen. Nach Gebrauch abspülen, abtrocknen und zum Trocknen auf links ziehen.

Einmalhandschuhe nur einmal verwenden. Bei mehrmaligen Gebrauch verlieren sie ihre Schutzwirkung.

Möglichst keine Produkte aus Latex verwenden. Latex hat ein hohes Allergiepotenzial. Besser geeignet sind zum Beispiel Vinyl oder Nitrilkautschuk.

Keine gepuderten Handschuhe tragen. Puder stört in Verbindung mit Schweiß das physiologische Gleichgewicht der Haut. BGW

INFO

Die Lösung für den Profi – der Handschuhtrockner

Wiederverwendbare Handschuhe sollten nach jedem Gebrauch getrocknet werden, um feuchte Innenflächen und unangenehme Gerüche zu vermeiden. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet Beschäftigten von bei ihr versicherten Unternehmen einen speziellen Handschuhtrockner, der gegen eine Schutzgebühr von sechs Euro unter www.bgw-online.de bestellen werden kann.



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