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01.04.02 / 00:14
Heft 07/2002 Medizin
Neues Antihistaminikum

Heuschnupfen – so wird der Frühling wieder erträglich

Jahr für Jahr die gleiche Qual: Mit den ersten Sonnenstrahlen gehen Haselnuss, Erle und Birke auf Pollenflug und für viele Allergiker beginnt die Saison der tränenden Augen und der triefenden Nase. Abhilfe verspricht das neue Antihistaminikum Ebastin, das in Spanien schon seit Jahren eingesetzt wird und jetzt auch in Deutschland zugelassen wurde.



Ohne Taschentuch ist kein Aufenthalt im Freien möglich... – für Allergiker. Foto: ABDA

Allergien nehmen an Häufigkeit weiterhin zu und das gilt insbesondere für den Heuschnupfen, der sich oft schon im Kindesalter manifestiert. Er entwickelt sich vom dritten Lebensjahr an mit einer jährlichen Zunahmerate von zwei Prozent. Insgesamt leiden derzeit immerhin zehn Prozent der Schulkinder und 17 Prozent der Erwachsenen an einer saisonalen allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) oder sogar an ganzjährigen Beschwerden, einer perennialen allergischen Rhinitis.  

In Deutschland ist die saisonale Krankheitsform am häufigsten, sie entwickelt sich auf Grundlage einer Sensibilisierung durch Baumpollen, Gräser- oder Unkräuterpollen. Zum Teil sind sogar mehrfache Sensibilisierungen erfolgt, was zur Folge hat, dass die Betroffenen dann oft für zwei bis drei Monate unter Beschwerden leiden. „Konkret bedeutet das aber, dass die Patienten sich kaum vor die Tür wagen und praktisch das gesamte Frühjahr über durch Allergiesymptome beeinträchtigt werden“, berichtete Professor Dr. Ulrich Wahn aus Berlin bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden.

Heuschnupfen nicht als Bagatelle abtun

Von Nicht-Betroffenen werden nach Professor Dr. Dr. Ring, München, die tränenden Augen und die triefende Nase oft wie eine Bagatelle abgetan, das Krankheitsbild wird in seiner Schwere noch vielfach verkannt. Tatsache aber ist, dass die Erkrankten ganz erheblich in ihrem Allgemeinbefinden beeinträchtigt sind und für die gesamte Dauer der Symptomatik eine massive Einschränkung ihrer Lebensqualität erfahren. Eine effektive Behandlung ist deshalb unerlässlich, wobei nach Ring Antihistaminika vom Typ der H1-Blocker das Mittel der Wahl darstellen. Sie sollten möglichst lang anhaltend wirksam sein und gut verträglich, mahnte der Mediziner.

 Neues Antihistaminikum

Diese Anforderungen erfüllt ein neues Antihistaminikum, das von dem spanischen Arzneimittelhersteller Almirall Prodesfarma entwickelt und in Spanien bereits seit zehn Jahren angewandt wird und das jetzt in einer Kooperation mit Bayer Vital auch in Deutschland auf den Markt kommt. Der Wirkstoff Ebastin zeichnet sich durch eine sehr gute antiallergische Wirksamkeit bei der saisonalen wie auch der perennialen allergischen Rhinitis sowie bei der Urtikaria aus. Es bessert die Rhinorrhoe und die Augensymptomatik und führt bei der Urtikaria – und übrigens auch bei Mückenstichen – zu einem Rückgang der Quaddel und des Juckreizes.  

Bei Allergien im Bereich der oberen Atemwege hat der neue Wirkstoff zum Teil sogar eine höhere Effektivität als herkömmliche Antihistaminika, er bessert die Symptomatik und steigert die Lebensqualität der Allergiker, berichtete Professor Dr. Ludger Klimek aus Wiesbaden. Dabei wirkt Ebastin, das als Ebastel® in den Handel kommt, nicht sedierend und schränkt die Fahrtüchtigkeit nicht ein. Es hat nach Klimek einen weiteren Vorteil: Die Substanz hemmt in vitro wie auch in vivo die Freisetzung von Leukotrienen und Prostaglandinen und hat somit nicht nur antiallergische sondern auch antiinflammatorische Eigenschaften, ein bei der Behandlung von Allergien im Bereich der Atemwege sehr erwünschter Effekt.  

Ebastin stellt in Spanien bereits das meist verordnete Antihistaminikum dar, es hat sich nach Klimek in kontrollierten Studien als sehr gut wirksam erwiesen und steht bei der Behandlung der saisonalen wie auch der perennialen allergischen Rhinitis herkömmlichen Antihistaminika nicht nach. Denn es besser die Rhinorrhoe, die verstopfte Nase und das Niesen, und es lindert den Juckreiz sowie die Augensymptome. Die Lebensqualität der Patienten nimmt in allen erfragten Bereichen wieder zu.  

Das Antihistaminikum wird üblicherweise in einer Dosis von zehn Milligramm einmal täglich eingenommen und lindert die allergischen Beschwerden über den ganzen Tag. In schweren Fällen ist durch die gute Verträglichkeit meist problemlos auch eine Dosissteigerung auf 20 Milligramm möglich. Bis zu einer Dosierung von 30 Milligramm täglich sind in subjektiven und sogar bis 50 Milligramm täglich in objektiven Tests keine sedierenden Effekte fassbar, betonte der Wiesbadener Mediziner. Er bewertet das neue Antihistaminikum infolge der guten Wirksamkeit und guten Verträglichkeit als eine wertvolle Bereicherung der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten.

Christine Vetter
Merkenicherstraße 224
50735 Köln

 



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