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16.06.13 / 12:15
Heft 12/2013 Hilfsaktionen
Entwicklungshilfe in Südamerika

Im Hochland von Bolivien

Der Förderkreis Clinica Santa Maria e.V. (FCSM) schickt jeweils im Frühjahr und im Spätsommer zahnärztliche Delegationen ins bolivianische Hochland, wo unter einfachen Bedingungen gearbeitet wird. Ab August 2013 unterhält der Verein nahe Cochabamba nun auch eine stationäre Zahnstation mit allem Komfort.




Die kleinen Ortschaften heißen Barbechos, Villar Pampa, Lagunillas, San Blas oder El Dorado. Von der Weltöffentlichkeit nicht wahrgenommen, leben dort Menschen völlig abgeschnitten von den „Segnungen“ der Zivilisation. Auch von der lokalen Regierung werden sie gelegentlich vergessen.

Wo Trinkwasser teurer ist als Coca-Cola

Wo gutes Trinkwasser teurer ist als die allgegenwärtige Coca-Cola, sind Zahnmediziner gefragt, um die Folgen dieses Umstands zu mildern. Darum haben sich die Zahnärzte Dr. Elisabeth Albert (Lofoten/Norwegen), Dr. Alexander Gerwe (Köln) und Dr. Ekkehard Schlichtenhorst (Nonnenhorn am Bodensee), sowie die Studentinnen Tanja Ratzke (Berlin) und Marine Le Gierer (Köln) in den bolivianischen Campo (Südostrand der bolivianischen Anden) begeben, um diesen Menschen zahnärztlich zu helfen, indem sie zu ihnen in die Dörfer gingen.

Wohl wissend, dass vielen Zähnen nicht mehr zu helfen ist, haben sie dennoch das umfangreiche Gepäck für konservierende Behandlungen mitgebracht – und auch gebrauchen können. Die Fissurenkaries ist dort mangels Versiegelungstechniken Ursache der meisten Zahndefekte und -verluste. Durch erweiterte Fissurenversiegelungen haben mehr Zähne dauerhaft geschützt werden können, als Bedarf an Extraktionen war. Insofern ein befriedigendes Ergebnis der Bemühungen um Zahnerhaltung.

Zur Ausrüstung gehörten natürlich auch Endo-Bestecke mit Apexfinder, ein Ultraschall-ZEG, eine vernünftige Absauganlage et cetera. Trotzdem musste oft unter abenteuerlichen Bedingungen gearbeitet werden: einmal gar mit Generator-Hilfe, weil der Ort noch nicht ans Stromnetz angeschlossen war. Oft stand für den Patienten nur ein einfacher Holzstuhl zur Verfügung. Wenn dann eine zahnärztliche Einheit verfügbar war, funktionierte diese meist nur teilweise. Aber dank der mitgebrachten mobilen Einheiten konnten diese Defizite gut ausgeglichen werden.

Das FCSM-Projekt in Guadalupe/Ecuador ist im Übrigen schon seit über elf Jahren im Programm. Hier sind auch Zahntechniker willkommen.

Dr. Ekkehard Schlichtenhorst
FCSM – Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.
Mozartstr. 4
31199 Diekholzen
info@fcsm.org
www.fcsm.org

Info

Auch mal nach Bolivien?

Interessierte Helfer sollten offen für fremde Kulturen sein, Spanisch-Kenntnisse besitzen und möglichst Berufserfahrung mitbringen. Der Einsatz für Studenten ist nach dem absolvierten achten Semester möglich (begrenztes Kontingent).



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