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15.02.17 / 00:04
Heft 04/2017 Titel
IQWiG-Vorbericht zu Parodontitistherapie

Immenser Ressourcenverbrauch bei fraglichem Nutzen

„Meine Meinung zum IQWiG-Vorbericht? Die Wörter, die mir spontan in den Sinn kommen, dürfen Sie gar nicht drucken, so wütend bin ich!“ Nicht nur aus den Büroräumen der Unikliniken hört man derzeit solche Ausrufe.



© [M] zm-mg, IQWIG, Fotofabrika/mekcar-Fotolia, ProDente

Der Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – kurz IQWiG – zu Vor- und Nachteilen der Parodontaltherapie löst in der gesamten zahnmedizinischen Fachwelt Kopfschütteln aus. Der Grund: Die Wissenschaftler des Instituts attestieren dem Großteil der Pardontitisbehandlungen keinen Nutzen. „Nur bei zwei Ansätzen zeigen Studien Vorteile“, heißt es dort wörtlich. Zwar gebe es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, räumen die Autoren ein. Aber eben nur bei zwei Therapien, der geschlossenen mechanischen Therapie (GMT) und einem individuell angepassten Mundhygiene-Schulungsprogramm, existieren vorgeblich Studiendaten, die einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen zeigen können. Alle anderen Behandlungstherapien? Nutzlos, so das IQWiG.

Wie kann das Institut zu solch einem Ergebnis kommen? Gibt es doch weltweit zahlreiche systematische Übersichtsarbeiten, die die Effektivität der systematischen Parodontaltherapie einschließlich einer lebenslang unterstützenden Nachsorge konsentieren.

Laut IQWiG sind die Studien angeblich „nicht verwertbar“. Die Argumentation: „Die Behandlungsergebnisse wurden nicht in einer dem jeweiligen Studiendesign angemessenen Weise ausgewertet.“ Die Krux liegt also in der Evidenz. Lesen Sie mehr dazu im nachfolgenden Artikel.



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