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16.12.15 / 00:03
Heft 24/2015 Titel

Implantate: ZE ohne Probleme*?


CME-Fortbildung

Eine Implantatversorgung endet nicht mit dem Einsetzen des Implantats. Der Patient will wissen, wie lange sein Implantat hält. Entscheidend für den Erfolg sind das Erkennen und das Beherrschen der Überlebensrisiken nach der Zahnersatz-Eingliederung - da sind Zahnarzt, Zahntechnik und Patient gefragt.




Eigentlich dürfen Zahnmediziner auch einmal stolz auf sich sein: Denn sie sind heute in der Lage, verlorene „Körperteile“, in diesem Fall Zähne, über sehr lange Funktionszeiträume zu ersetzen und den Patienten die Funktion und Ästhetik ihres Gebisses zurückzugeben. Vergleichbares vermögen nur wenige medizinische Disziplinen – Zahnärzte aber können das: mithilfe zahnärztlicher Implantate.

Also ganz einfach: Zahn raus, Implantat rein – und alles ist gut?

Also ganz einfach: Zahn raus, Implantat rein – und alles ist gut? Die Erfolgsquoten nahe 100 Prozent? Nicht immer. Spätestens am Tag der Eingliederung eines implantatgestützten Zahnersatzes stellt sich die Frage nach dessen Lebensdauer: „Wie lange halten denn meine neuen Zähne, Herr/Frau Doktor?“ Wer sich ernsthaft mit der Beantwortung dieser ebenso einfachen wie verständlichen Patientenfrage auseinandersetzt, muss feststellen, dass für die meisten implantologischen Behandlungskonzepte nur wenige Langzeitdaten existieren.

Ein aktuelles Literaturreview fasst die vorliegenden Daten von 23 Studien mit 7.711 Implantaten und Funktionszeiträumen von mindestens zehn Jahren zusammen [Moraschini et al., 2015]. Die mittlere Implantatüberlebensrate wird mit 94,6 Prozent (Spanne: 73 bis 100 Prozent) angegeben. Viele Einzelstudien berichten über sehr hohe Implantatüberlebens- und -erfolgsraten.

Bei näherem Hinsehen muss aber festgestellt werden, dass in vielen Studien nur kleine Patientengruppen über meist nur wenige Jahre untersucht werden. Diese Studien finden überwiegend in einem kontrollierten universitären Rahmen statt, der naturgemäß der Realität in vielen Praxen nicht entsprechen kann. Zudem fehlen nicht selten Angaben zu chirurgischen und zu präprothetischen Implantatverlusten. Daten, die die Realität implantologischer Behandlungsverläufe in den Praxen widerspiegeln, sind nach der Recherche des Autors selten zu finden.

Während Fragestellungen der Implantatplanung, der perioperativen Begleitchirurgie zum Knochenmanagement und der Differenzialindikation verschiedener Zahnersatzkonzepte seit Jahren intensiv diskutiert werden, findet die Implantaterhaltung nicht immer die ihr angemessene Aufmerksamkeit – noch nicht! Dieser Beitrag beschreibt einige „Problemzonen“ der Implantologie nach der Zahnersatz-Eingliederung und versucht Hinweise zu geben, wie man diese umgehen kann.



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Kommentare

Leserkommentare (1)

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Theo Römer
19.12.15 / 19:58
Platformswitching

Gerade in Hinsicht auf die Probleme der restlosen Entfernung der Zementreste und der Hygienefähigkeit (Sondierbarkeit) in der Nachsorgezeit, sollte über den Einsatz der Platformswitching-Implantate unter diesem Aspekt nachgedacht werden. Hier, aber auch bei allen anderen Implantattypen, sind sicherlich verschraubte Konstruktionen oder, als zementierte Konstruktion, Cadcam-gefertigte Abutments mit paragingivalen Kronenrändern m. E. das prothetische Element der Wahl.
Im distalen Oberkiefer, wo wir häufig sehr hohe Schleimhaut über dem Kieferkamm haben, sollte mit der Implantation eine Ausdünnung vorgenommen werden, damit die Durchtrittshöhe nicht zu groß wird. Hürzeler empfielt 2-3 mm. So reduzieren wir in dem Bereich die Gefahren eines entzündungsbedingten Implantatverlustes.

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