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16.04.17 / 00:03
Heft 08/2017 Politik
Zahnärztetag Westfalen-Lippe

Implantologie ist allgegenwärtig

Alles drehte sich auf dem diesjährigen Zahnärztetag Westfalen-Lippe um die Implantologie. Mit der Wahl des Themas hatten die Organisatoren voll ins Schwarze getroffen – der Zuspruch mit knapp 4.000 Teilnehmern war enorm. Denn es ging nicht um akademische Extremfälle, sondern um praxisnahe und evidenzbasierte Anwendungen. Doch auch berufspolitische Themen kamen zur Sprache.




Die Implantologie sei in der modernen Zahnheilkunde allgegenwärtig und zu einem Querschnittsfach geworden, erklärte Tagungspräsident PD Dr. Gerhard Iglhaupt, niedergelassener Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Memmingen. Sie habe viele Gebiete der Zahnmedizin verändert und beeinflusst. Wichtig sei nun, die implantologische Therapie noch sicherer und vorhersehbarer zu machen. Dazu bedürfe es der engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praktikern.

Erkenntnisse aus Forschung und Praxis

Beides, Forschung wie Praxis, kam auf dem Kongress vom 31.3. bis zum 1.4. in der Stadthalle Gütersloh ausführlich zu Wort. Die Vorträge reichten von der Behandlungsplanung (einfache und komplexe Implantatfälle) über verschiedene Implantatwerkstoffe (Wann nehme ich Titan? Wann nehme ich Keramikimplantate?), Aspekte der Knochen- und Gewebeheilung bis hin zur Versorgung periimplantärer Erkrankungen.

Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling betonte, der Zahnärztetag wolle dazu beitragen, das komplexe Thema Implantologie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Das Spektrum der Behandlungskonzepte sei groß und könne manchmal auch unübersichtlich sein. Die richtige Auswahl im Einzelfall sei „nicht immer leicht“ und hänge nicht zuletzt von der persönlichen Erfahrung des Behandlers ab.

Bartling wies die Teilnehmer auf aktuelle Themen aus der Berufspolitik hin. So habe die Kammer eine Umfrage unter angestellten Zahnärzten in Westfalen-Lippe gestartet – derzeit sind im Land rund 1.000 Kollegen im Angestelltenverhältnis tätig. Die Kammer möchte mehr über die persönlichen Gründe wissen und hat (in anonymisierter Form) dazu Fragebögen erarbeitet. Die Umfrage läuft noch, viele Kollegen füllten die Fragebögen am Kammerstand aus. Ferner machte Bartling die Teilnehmer auf das Projekt „ZIS – Zugangsdienst in der Selbstverwaltung der KZV Westfalen-Lippe“ aufmerksam. Das ist ein Service der KZV, als Zugangsdienstbetreiber für die derzeit aufzubauende Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen zu fungieren (siehe Kasten auf S. 34). Viele Kollegen nutzten am Stand der KZV die Gelegenheit, sich für den Dienst zu registrieren.

Zahnärztliche Servicestelle für Pflegebedürftige

Neu ist in der Kammer und KZV Westfalen-Lippe die gemeinsame Servicestelle „Zahnärztliche Servicestelle zur Behandlung von Menschen mit Beeinträchtigungen“ (https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zahnaerztliche-servicestelle-zur-behandlung-von-menschen-mit-beeintraechtigungen.html). Sie steht als koordinierende Anlaufstelle Zahnärzten und ihren Teams zur Beratung und zur Unterstützung zur Verfügung. Neben Ansprechpartnern finden sich dort zahlreiche schriftliche Informationen, zum Beispiel Flyer und Formulare, Konzepte, Informationen zu Kooperationsverträgen, Fortbildung und ein Wegweiser zu barrierefreien Praxen. Auch Pflegebedürftige, Angehörige oder Pflegepersonal können sich dort Unterstützung holen. Auf dem Kongress in Gütersloh konnte sich die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens persönlich ein Bild von dem Serviceangebot machen. Das Fazit zum Zahnärztetag fiel durchweg positiv aus: „Ich freue mich, dass wir knapp 4.000 Teilnehmer begrüßen konnten“, bilanzierte Dr. Martina Lösser, Mitglied des Vorstands und Leiterin der Akademie für Fortbildung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, zum Abschluss des Kongresses.

Güterloh ist stets eingeplant

„Es ist ein Beweis dafür, das sich das Konzept unseres Zahnärztetages bewährt: hochkarätige praxisnahe Fortbildung und die Möglichkeit zum kollegialen Miteinander, daneben Informationen von Kammer, KZV und Versorgungswerk. Für sehr viele Kolleginnen und Kollegen und ihre Mitarbeiterinnen ist der Besuch in Gütersloh jedes Jahr fest eingeplant!“



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