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01.12.15 / 00:03
Heft 23/2015 Zahnmedizin
Deutscher Zahnärztetag 2015

Interdisziplinär, zukunftsgerichtet, kontrovers, patientengerecht

Der wissenschaftliche Teils des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt hatte das Thema „Zahnmedizin interdisziplinär Update 2015“. Mitgestaltet wurde die Mammutveranstaltung von 30 Fachgesellschaften und Arbeitskreisen, die aus ihren Reihen über 200 Referentinnen und Referenten entsendeten. Die Vorträge, Workshops, Seminare, Kurzreferate und Poster-Demonstrationen spiegelten den wissenschaftlichen Forschungsstand der Zahnmedizin wider.




Die Hauptvorträge befassten sich mit der Haltbarkeit von Zahnversorgungen. Oft ist der Zahnarzt überfragt, wenn der Patient wissen will, wie lange die geplante Versorgung denn wohl halten wird. Nun kann er sich auf klare Aussagen aus der Wissenschaft beziehen, denn drei Referenten stellten die aktuelle Datenlage in den Bereichen Implantologie, Prothetik und Parodontologie vor.

Prognosen für geschädigte Zähne und ihren Ersatz

Immer ging es um die Prognose eines parodontal geschädigten Zahnes, der aus verschiedenen „Fachrichtungen“ beleuchtet wurde.

Der Prothetiker: Prof. Dr. Guido Heydecke, Hamburg, stellte aus einer großen Literaturübersicht die Überlebensraten von festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz zusammen. Er sagte, dass bei konventionellen Brücken in ausgewählten Studien bei ausgewählten Patienten eine Überlebensrate von 90 Prozent nachgewiesen wurde. Eine nicht im ständigen Recall kontrollierte Klammerprothese jedoch überlebt eine zehnjährige Tragedauer nur zu 50 Prozent. Er forderte daher: „Sehen Sie zu, dass Sie die Patienten in einen regelmäßigen Recall bekommen!“

Für Prof. Dr. Florian Beuer, Berlin, auch Prothetiker, ist das Vorgehen ganz klar: „Zuerst wird das Parodont saniert, dann wird überlegt, welche Position dieser Zahn in der geplanten Versorgung einnehmen wird. Sollte er zum Pfeilerzahn werden, braucht er auf jeden Fall eine weitere Abstützung.“ Wichtig für die Planung eines Zahnersatzes sei auch, dass der Patient die Pflege zuverlässig alleine bewerkstelligen kann. „Achten Sie auf die manuellen Fähigkeiten Ihres Patienten beziehungsweise bedenken Sie, dass sich diese nur verschlechtern werden im Laufe der Tragezeit!“ Fazit: „Wenn Sie das alles bedenken, kann auch ein abnehmbarer Zahnersatz über 15 Jahre lang gut seinen Dienst tun.“ Seine vorgestellten Daten belegten eine Langzeitprognose von rund 95 Prozent über diesen Zeitraum.



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