zm-online
01.08.06 / 00:12
Heft 15/2006 Politik
Vertragszahnärztliche Versorgung

KZBV: Fachliche Fortbildung näher geregelt

Der Vorstand der KZBV hat in Abstimmung mit der BZÄK nähere Regelungen zum Verfahren des Fortbildungsnachweises in der vertragszahnärztlichen Versorgung beschlossen. Sie sind nun für die KZVen verbindlich.



Zahnärztliche Fortbildung: Das Verfahren ist jetzt näher geregelt. Foto: Pompetzki

Zum Hintergrund: Bereits im Jahre 2004 hatte die KZBV Regelungen hinsichtlich des angemessenen Umfanges der im Fünfjahreszeitraum notwendigen Fortbildungen gemäß § 95 d Abs. 6 Satz 1 SGB V getroffen. Sie musste aber zusätzlich noch das Verfahren des Fortbildungsnachweises und einer eventuellen Honorarkürzung festlegen. In diesem Zusammenhang sollten Regelungen getroffen werden, zu welchem Zeitpunkt Vertragszahnärzte, die bereits vor Ablauf der Fünfjahresfrist eine ausreichende Anzahl von Fortbildungspunkten gesammelt haben, eine schriftliche Anerkennung über die abgeleistete Fortbildung erhalten können.

Nach der Zielsetzung des Gesetzgebers soll dadurch unter anderem sichergestellt werden, dass im Falle von nicht durch die Kammern anerkannten Fortbildungen die Zahnärzte auf Antrag bereits vor Ablauf des Fünfjahreszeitraumes eine schriftliche Mitteilung erhalten, ob die Fortbildung anerkannt wird. Das Verfahren soll danach so ausgestaltet werden, dass jeder Zahnarzt die Nichtanerkennung von Fortbildungszeiten nach Ablauf des Fünfjahreszeitraumes und die daraus folgenden Honorarkürzungen vermeiden kann.

In Abstimmung mit der BZÄK hat der Vorstand der KZBV am 17.05.2006 Regelungen hinsichtlich des Verfahrens des Fortbildungsnachweises und der Honorarkürzung gemäß § 95 d Abs. 6 Satz 2 SGB V beschlossen. Dabei ist grundsätzlich davon ausgegangen worden, dass

• ein schriftlicher Nachweis als Eigenbeleg des Vertragszahnarztes ausreicht,

• die Einzelbelege durch den Vertragszahnarzt vorzuhalten sind,

• der Nachweis gegenüber der KZV erst nach Erreichung von mindestens 125 Punkten im Fünfjahreszeitraum erfolgen darf,

• der Nachweis durch eine Bescheinigung der Landeszahnärztekammer ersetzt werden kann,

• nur Maßnahmen berücksichtigt werden können, die dem Konzept der BZÄK zum freiwilligen Nachweis von Fortbildungen entsprechen,

• eine Stichprobenüberprüfung der Fortbildungsnachweise durch die KZVen erfolgen soll,

• durch den Nachweis gegenüber der KZV letztere jedoch keine Gewähr dafür übernimmt, dass die für die Fortbildung erteilten Punkte auch den Vorgaben der Bundeszahnärztekammer entsprechen.

Hinsichtlich der Honorarkürzungen ist im Wesentlichen auf die Bestimmungen in § 95 d Abs. 3 SGB V verwiesen worden. Ergänzend aufgenommen worden sind klarstellende Regelungen hinsichtlich der Konsequenzen für den nicht erbrachten Fortbildungsnachweis bei Gemeinschaftspraxen und angestellten Zahnärzten. Die Regelungen sind für die KZVen verbindlich, so dass diese deren Verfahren zugrunde gelegt werden.

Dr. Thomas Muschallik
Universitätsstr. 73
50931 Köln

Die Regelungen zum Verfahren des Fortbildungsnachweises und der Honorarkürzung gemäß § 95 d Abs. 6 Satz 2 SGB V sind im Bekanntmachungsteil in diesem Heft auf Seite 90 abgedruckt.

INFO

Fortbildungsnachweise - Damit es kein böses Erwachen gibt!

Die Bundeszahnärztekammer weist nochmals darauf hin (wie bereits in zm 18/16.09.2004), dass für Fortbildungsnachweise nur solche Veranstaltungen anerkannt werden, die in Ankündigung und Teilnehmerbescheinigung darauf hinweisen, dass die Veranstaltung/der Kurs nach den Leitsätzen und der Punktebewertung von BZÄK und DGZMK stattfindet. Jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt ist selbst dafür verantwortlich, solche Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen, die auch tatsächlich Punkte bringen.

Die BZÄK hat zusammen mit der KZBV und der DGZMK „Leitsätze zur zahnärztlichen Fortbildung“ entwickelt, die allen Fortbildungsmaßnahmen, für die Fortbildungspunkte erworben werden, zugrunde liegen. Jeder Fortbildungsanbieter erklärt in der Information über die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen an die Zahnärztekammern, dass die Veranstaltung/der Kurs nach den Leitsätzen und der Punktebewertung von BZÄK und DGZMK stattfindet und dies in Ankündigungen und Teilnahmebescheinigungen ausgewiesen wird. Da manche Fortbildungsanbieter dies nach wie vor nicht tun, wird hier nochmals auf dieses Erfordernis hingewiesen, damit es beim Fortbildungsnachweis kein böses Erwachen gibt. BZÄK

Die Leitsätze von BZÄK, KZBV und DGZMK und die Punktebewertung nach BZÄK und DGZMK sind im Internet abrufbar unter www.bzaek.de unter Zahnärzte/Beirat Fortbildung.



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