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16.09.09 / 00:07
Heft 18/2009 Zahnmedizin
Monat der Mundgesundheit

Kernthesen zur Karies

Die Kooperation von Colgate-Palmolive und der BZÄK zum Monat der Mundgesundheit im Oktober geht ins neunte Jahr. Schwerpunkt dieses gemeinsamen breitenwirksamen Kommunikationskonzepts zur Prävention ist diesmal die gezielte Aufklärung über Karies. Mit neuen Fakten und Aspekten traten beide Partner am 26. August in Berlin vor die Presse.




„Es geht um das Heranführen und um den Abbau von Informationsdefiziten“– so skizzierte BZÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich die Stoßrichtung der breitenwirksamen Aufklärungskampagne von BZÄK und Colgate. Ganz gezielt wolle man die Interaktion mit der Medizin und die vielen Facetten zahnmedizinischer Prävention in den Vordergrund stellen.

Immer noch sei die Karies in Deutschland eine echte Volkskrankheit, obwohl ihre durchschnittliche Häufigkeit rückläufig sei, sagte er. Zwar seien in keinem anderen medizinischen Bereich die Erfolge der Prävention so gut dokumentiert wie in der Zahnheilkunde. Dennoch zeige sich nach wie vor eine deutliche Schieflage bei der Gesamtverteilung der Karies.

Oesterreich verwies auf die sozioökonomische Komponente dieser Schieflage. Handlungsbedarf gebe es auch bei der Prävention der Karies im Kleinkindalter und der Wurzelkaries bei Senioren. Frühkindliche Karies werde bei fünf bis 15 Prozent der Altersgruppe beobachtet. Die Ursachen lägen in Wissensdefiziten um eine zahngesunde Ernährung, dem falschen Umgang mit der Saugerflasche und einer nicht adäquaten Mundhygiene. Die Wurzelkaries sei in den letzten zehn Jahren angestiegen, und zwar bei Erwachsenen um 9,7 Prozent und bei Senioren um 29, 5 Prozent. Ursachen seien – paradoxerweise – der zunehmende Zahnerhalt und der mit Parodontalerkrankungen verbundene Rückgang des Zahnhalteapparates.

Oesterreichs Fazit: „Prävention ist eine interdisziplinäre und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deswegen müssen wir Allianzen bilden und Synergieeffekte erzielen: Mit ärztlichen Kollegen, mit weiteren berufsständischen Organisationen und mit der Wissenschaft.“ Man brauche Partner, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeiten könne.

Präventionskampagnen sinnvoll

Prof. Dr. Elmar Reich, Mitglied der Ausbildungskommission des Weltzahnärzteverbandes FDI und Zahnarzt in Biberach, unterstrich den Zusammenhang von Allgemein- und Zahnmedizin und die Wichtigkeit von medizinischen Präventionskampagnen. Er forderte, dass sich Deutschland in diesem Bereich stärker engagiere. Reich ging auf Aspekte der Epidemiologie, der Kariesdiagnose und -prophylaxe ein und skizzierte neue Methoden und Techniken der Kariesbehandlung. Er arbeitete einige Problemfelder bei der Entstehung der Karies heraus und nannte als Beispiele die Zunahme der Interdentalkaries, die Sekundär-, die Zahnhals- und die Wurzelkaries. „Prophylaxe muss sinnvoll und altersgemäß sein“, forderte er.

Aspekte wie Multimorbidität, Medikamenteneinnahme, aber auch die Ernährungs- gewohnheiten des Patienten müssen Reich zufolge bei der zahnärztlichen Befunderhebung differenziert berücksichtigt werden. Es gelte, den jeweils individuellen Fall in der Praxis zu analysieren. Der Zahnarzt sollte darauf achten, sowohl allgemeine wie auch orale Faktoren für kariöse Auffälligkeiten festzustellen und die jeweiligen Prophylaxeschritte altersbezogen angehen.

Eine besondere Bedeutung komme der Reinigung der Zahnzwischenräume, dem Fluoridgehalt der Zahnpasta und – allem voran – der Professionellen Zahnreinigung (PZR) zu, hier sollte der Zahnarzt dem Patienten entsprechende Empfehlungen geben.

Erfolgreiche Bilanz

Eine Bilanz über die neunjährige erfolgreiche Präventionsarbeit von Colgate zog der medizinisch-wissenschaftliche Leiter der Colgate-Palmolive Deutschland GmbH, Michael Warncke. Mehr als 10 000 an den Colgate-Broschüren interessierte Praxen seien verzeichnet, mehr als neun Millionen Broschüren aufgelegt und mehr als 10 000 Gutscheine für eine PZR in einer Zahnarztpraxis verlost worden, berichtete er. Allein die PZR-Broschüre habe eine Auflage von 7,15 Millionen erreicht.

Ein Vergleich mit den 1960er Jahren zeige, dass in Sachen Aufklärung zwar schon große Erfolge erzielt worden seien. Dennoch gebe es noch Handlungsbedarf.

Mit gezielten Maßnahmen könne man aber indikationsbezogen ganz viel erreichen, so Warnckes Schlussfolgerung. Dazu gehörten zum Beispiel eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, geeignete Aufklärungsmaterialien und zielgruppenspezifische Internet-Auftritte. pr

• Der Monat der Mundgesundheit findet nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern der EU statt. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Zahnärzteorganisationen verfolgt Colgate das Ziel, die langfristige Verbesserung der Mundgesundheit zu fördern. In diesem Jahr verlost Colgate in Deutschland im Rahmen der Kampagne wieder 1 000 Gutscheine für eine PZR im Wert von je 75 Euro. Mehr dazu unter www.monat-der-mundgesundheit.de.



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