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01.01.16 / 00:03
Heft 01/2016 Der besondere Fall mit CME
Der besondere Fall mit CME

Manifestation eines malignen Lymphoms an der Schläfe


CME-Fortbildung

Ein 58-jähriger männlicher Patient stellte sich zur weiteren Abklärung mit einer druckschmerzhaften Schwellung im Bereich der rechten Schläfe vor: Sie war vor circa zwei Monaten erstmalig aufgefallen und wies ein langsames, aber stetiges Wachstum auf (Abbildungen 1 und 2).




Anamnestische Hinweise für das Vorliegen einer B-Symptomatik wie Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust lagen nicht vor. Die klinische Untersuchung zeigte keine Entzündungszeichen oder Einschränkungen der Motorik beziehungsweise Sensorik im Gesichtsbereich. Der palpatorisch derbe Befund war jedoch schlecht verschieblich zum umliegenden Gewebe.

In der B-Mode-Sonografie (Abbildung 3) präsentierte sich eine unscharf begrenzte, wenig komprimierbare Raumforderung mit inhomogenem Binnenecho im Bereich des Muskulus temporalis. Eine gesteigerte Durchblutung im Dopplermode konnte nicht nachgewiesen werden. Die weitere sonografische Untersuchung im Kopf- und Halsbereich war insbesondere hinsichtlich der Lymphknoten unauffällig.

Korrespondierend zum klinischen und sonografischen Befund zeigte sich in einer von extern bereits vorliegenden MRT-Untersuchung eine unscharf begrenzte, inhomogene Raumforderung (Abbildungen 4 und 5). Über einen präaurikulären Zugang wurde der Befund scharf aus dem umliegenden Gewebe unter Schonung der relevanten Gefäß- und Nervstrukturen entfernt (Abbildung 6).

In der histopathologische Aufarbeitung des Präparats (Abbildungen 7 und 8) präsentierte sich ein atypisches lymphoides Infiltrat mit zum Teil blastären Zellen. In Zusammenschau mit den ergänzenden immunhistochemischen Untersuchungen wurde die Diagnose eines B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms gestellt, so dass der Patient an die Hämatoonkologie weitergeleitet wurde. Bei zwar grenzwertig vergrößerten Lymphknoten supra- und infradiaphragmal, aber fehlender Symptomatik wurde eine „Watch-and-wait“-Position verfolgt. Der Patient ist seither im Recall bei stabiler Erkrankung.



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