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01.06.09 / 00:08
Heft 11/2009 Politik
BLZK als Prophylaxe-Instruktor

Mundgesundheitstage bei BMW

Einer spannenden Herausforderung sah sich unlängst die Bayerische Landeszahnärztekammer gegenüber, als sie von der BKK BMW eingeladen wurde, zwei Tage lang bei dem Weltkonzern in München den Mitarbeitern des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) und auch im Werk die richtige Mundhygiene individuell nahe zu bringen.




Schon Wochen vor dem Veranstaltungstermin am 28. und 29. April 2009 hatte die BKK BMW die Mitarbeiter des Autobauers (80 Prozent sind bei ihr versichert) mit Postern, Aufstellern in den Werkskantinen und im Intranet auf die Mundgesundheitstage hingewiesen. Erfreulich groß war der Zulauf.

Als Kooperationspartner wurden die BLZK und das Deutsche Grüne Kreuz Sektion Zahngesundheit aus Marburg akquiriert. Das Referat Prophylaxe unter Leitung von Dr. Herbert Michel nahm das Angebot gerne an und organisierte einen Beratungsstand mit umfangreichem individuell auf die Klientel und das Thema Mundgesundheit zugeschnittenen Informationsmaterial. Dabei setzte es neben eigenen Broschüren inhaltlich passende Medien von proDente ein. Das Beratungsangebot umfasste außerdem die praktische Unterweisung in der richtigen Mundhygiene durch eine Prophylaxeassistentin und Mitarbeiterin der BLZK, die die diversen Mundhygieneartikel demonstrierte und erläuterte.

Zusätzlicher Anziehungspunkt: die Zahnbürstenumtauschaktion „alt gegen neu“. Sie bot Gelegenheit, mit den BMW-Mitarbeitern in einen aktiven Dialog zu treten. Dankbar wurden dann am Ende von den Teilnehmern die diversen Mitgabeartikel, die die Firmen GABA und Wrigley Healthcare Programs großzügig zur Verfügung gestellt hatten, mitgenommen.

Hauptanziehungspunkt: der zahnärztliche Check-up

Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) hatte zwei Behandlungsstühle über die Firma KaVo organisiert, ferner einen zweiten Untersuchungszahnarzt, Dr. Carsten Oberg, aus Rellingen bei Hamburg. Er hatte neben Michel alle Hände voll zu tun, die 365 Teilnehmer der Aktion zu untersuchen. Allen zahnärztlichen Check-ups ging ein vom Patienten auszufüllender und vom DGK entwickelter Fragebogen voraus, der dem Untersuchenden einen ersten Überblick gab und auf dem dieser Auffälligkeiten beziehungsweise Empfehlungen vermerken und dem Patienten mitgeben konnte.

„Ich bin sehr stolz auf meine zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen“, resümierte Michel nach zwei Tagen Dauereinsatz als Untersucher bei den BMW-Mundgesundheitstagen den erfreulich guten und hohen Versorgungsgrad der untersuchten 365 BMW-Mitarbeiter. Auch wenn es in manchen Fällen Putzdefizite festzustellen gab, kamen ihm in keinem Fall Versorgungsdefizite oder Mängel unter.

Phasenweise gab es einen Besucherstau. Für diesen Fall war jedoch seitens des Veranstalters vorgesorgt worden: Auf Vermittlung durch die BLZK hatte die Firma TV-Wartezimmer aus Freising einen Film produziert, der die Wartenden mit Nachrichten, Naturfilmsequenzen und Kurzfilmen zur Zahnprophylaxe und allgemeinen Gesundheitstipps in einer eigens eingerichteten Wartelounge unterhielt, bis einer der beiden Behandlungsstühle frei wurde.

Großer Wissensdurst am Infostand

Will man die zahlreich gestellten Fragen am Beratungsstand zusammenfassen, ging es vielfach um den richtigen Gebrauch der Zahnseide und der Zahnzwischenraumbürstchen – viele Besucher gaben zu, sie zu Hause zu haben, jedoch mit der Interdentalraumreinigung nicht zurecht zu kommen. Außerdem kamen viele Fragen zu Zahnbürsten und Zahncreme – woran erkennt man die richtige Zahnpaste, wie oft sollte die Zahnbürste gewechselt werden, ist eine Handzahnbürste genauso gut wie eine elektrische, woran erkenne ich, ob ich beim Bürsten zu viel Kraft aufwende?

Regelmäßig ein Aha-Erlebnis gab es beim Vorstellen des Zungenreinigers und dem Hinweis, dass auch die Zungenreinigung wichtiger Bestandteil der täglichen Mundpflege sein sollte. Viele Fragen konzentrierten sich auf das Thema Fluoridierung (nur wenige hatten von der häuslichen Einsatzmöglichkeit eines Fluoridgels gehört), empfindliche Zahnhälse, Zähneknirschen und die Problematik des Knochenabbaus. Auch das Thema Kieferregulierung in fortgeschrittenem Alter wurde vorgebracht. Ein regelmäßiges „Schockerlebnis“ hatten diejenigen, die sich die ausgelegte Zuckerliste genauer anschauten. Schließlich gelang es in Gesprächen auch, die Patientenberatungsstelle der BLZK als kompetente Anlaufstelle für Fragen publik zu machen.

Viele Hintergrundinformationen zu Karies und Parodontitis, zu richtiger lebensbegleitender Prophylaxe – häuslicher Mundhygiene und Professioneller Zahnreinigung (PZR) – gab Michel am Ende des ersten Aktionstags in einem Vortrag mit anschließender Fragemöglichkeit durch das Auditorium. Er würzte dabei sein Referat mit dem Blick in die Geschichte der Prophylaxe und in die Sitten anderer Länder, räumte nicht zuletzt mit überkommenen Vorstellungen, zum Beispiel zur Tablettenfluoridierung oder aber zur Genese von Karies und Parodontitis, auf und ging intensiv auf ein ihm sehr am Herzen liegendes Thema, die Nuckelflaschenkaries und Zahnerosionen durch säurehaltige Getränke, ein. Er endete mit dem intensiven Appell an die Eigenverantwortung.  Die Tatsache, dass die freiwillig auszufüllenden Beurteilungsbögen der Teilnehmer durchweg positive Ergebnisse zeigten, untermauert den Erfolg dieser Aktionspremiere und veranlasst die Veranstalter derzeit über eine Fortsetzung in anderen BMW-Standorten nachzudenken.

Ulrike Nover
Leiterin der Stabsstelle Prophylaxe
Patientenberatung der BLZK
Fallstr. 34, 81369 München

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