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16.11.15 / 00:01
Heft 22/2015 Titel
Deutscher Zahnärztetag

Mut zum Chefsein

Hamburg, der Zukunftskongress Beruf und Familie will junge Zahnärzte auf ihren Job vorbereiten. Angemietet ist ein typischer Konferenzraum in einem Hotel - eigentlich kein Ort für Emotionen. Doch was dann folgte, das war ein leidenschaftliches Plädoyer für den "freiesten Beruf der Welt".



Veranstalter, Referenten und Gäste auf dem Zukunftskongress 2015 "Work-Life-Blending" von BZÄK, Dentista e.V. und BdZA in Hamburg im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages am 31. Oktober in Hamburg. BZÄK/ Axentis.de

Insgesamt 15 Prozent der Zahnärzte sind angestellt. Als Vorteile der Arbeit in Lohn und Brot werden gerne die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Sicherheit eines festen Einkommens und planbare Arbeitszeiten genannt ..."Unsinn!" Sagt Vizepräsident Prof. Christoph Benz: „Zahnarzt ist der freieste Beruf der Welt!“

Und: „Als Chef lässt es sich doch viel einfacher bestimmen und gestalten als im Angestelltenverhältnis: 40 Jahre tun, was ein anderer will – das kann doch keiner wollen.“ Wenn schon Abstriche, dann woanders, etwa bei der Praxiseinrichtung, Stichwort Übernahme. Benz: „Nehmt doch erstmal das, was da ist. Es muss nicht alles neu sein, man muss nicht mit der S-Klasse anfangen.

Mit einem neuen Stuhl kann man bei den Patienten nicht punkten!“ Einziges Problem auf dem Weg in die eigene Praxis seien oft Depots und Berater, die in ihrem eigenen Interesse alles schwarzmalen. „Lasst Euch nicht einfangen“, riet er, „Panik schafft Klienten. Habt den Mut, Chefs zu werden.“ Sein Mantra: „Weniger Panik, mehr Mut, mehr Optimismus.“

Mischen Sie sich ein!

Botschaften, die BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich nur wiederholen konnte. Er legte den Zahnärzten ans Herz, sich auch in der Berufspolitik zu engagieren: „Mischen Sie sich ein! Beteiligen Sie sich! Denn wir nehmen Ihre Belange ernst und kümmern uns um Sie!“ Wie ein solches Engagement aussehen kann, erzählte der Hamburger Konstantin von Laffert, mit 49 Jahren der jüngste Zahnärztepräsident. „Die Arbeit in der Kammer schafft einen Ausgleich zum Praxisalltag – das finde ich gut“, bekannte er. Warum er sich neben der Praxis noch Kammerarbeit aufhalst? „Weil es sonst die anderen für uns machen! Die Kammer, das sind eben nicht die anderen – das sind wir. Außerdem macht es Spaß!“

Ganz praktische Fragen zum Beschäftigungsverbot für angestellte schwangere Zahnärztinnen und ZFA beantwortete die Rechtsanwältin Melanie Neumann: Sobald sie weiß, dass sie schwanger ist, darf die Angestellte laut Mutterschutzgesetz ja nicht mehr in Bereichen tätig sein, die ihre Gesundheit und die des Babys gefährden können. Arbeiten, bei denen sie in Kontakt mit Spritzen, Blut und Röntgenstrahlen gerät, sind also verboten. „Die Infektionsrisiken können auch durch Handschuhe nicht ausgeschlossen werden“, hob Neumann hervor. Was für die Zahnarztpraxis heißt, dass für angestellte Zahnärztinnen und ZFA nur noch Verwaltungs- und Bürotätigkeit infrage kommen.

Was das Gehalt betrifft: Die Schwangere erhält weiter alle Bezüge, Basis ist das Brutto inklusive aller Zuschläge. „Das bedeutet beispielsweise: inklusive vermögenswirksamer Leistungen, exklusive Fahrkostenerstattung“, erklärte die Juristin. Ihr Tipp: Bei einer Umsatzbeteiligung sollte man darauf achten, dass der Bonus monatlich beziehungsweise quartalsweise ausgezahlt wird, da eine jährliche Einmalzahlung bei der Gehaltsberechnung nicht berücksichtigt wird.



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