Matthias Gilisch, Elisabeth Goetze, Christian Walter, Cristina L. Cotarelo
21.05.15 / 15:21
Heft 11/2015 Der besondere Fall mit CME

Non-Hodgkin-Lymphom in der UK-Speicheldrüse


CME-Fortbildung

Ein 53-jähriger Patient wurde mit einer anamnestisch seit sechs Wochen bestehenden, größenprogredienten, schmerzlosen, harten perimandibulären Schwellung im Bereich des linken Unterkiefers vorstellig. Außer einem mäßigen Gewichtsverlust lag keine weitere B-Symptomatik (Nachtschweiß, Lymphknotenschwellung, Fieber, Leistungsabfall) vor. Seit 2003 war eine Multiple Sklerose bekannt, laborchemisch wurde noch eine chronische Hepatitis-B- Infektion diagnostiziert.




In der klinischen Untersuchung konnte ein dentaler Fokus ausgeschlossen werden, die Mundschleimhaut war unauffällig. In der Panoramaschichtaufnahme (Abbildung 1) fällt im Unterkiefer links eine sehr inhomogene Knochenstruktur auf mit Osteolyse an der basalen Kompakta etwa auf Höhe der Zähne 35 und 36. In der Sonografie der Halsweichteile zeigten sich schwer abgrenzbar zum anterioren Pol der Glandula submandibulairs eine Raumforderung sowie submandibulär mehrere vergrößerte Lymphknoten (Abbildung 2). In der Computertomografie konnte man zusätzlich zur 4 cm x 4 cm x 6 cm großen Raumforderung (Abbildung 3) die in der Panoramaschichtaufnahme vermutete Osteolyse am Corpus mandibularis links lingualseitig erkennen (Abbildung 4).

Die laborchemische Untersuchung mit Differenzial-Blutbild war bis auf die so diagnostizierte Hepatitis B ohne pathologischen Befund. Zur weiteren Abklärung wurden über einen submandibulären Zugang eine histologische Probe aus der Raumforderung als auch mehrere suspekte Lymphknoten gewonnen und per Schnellschnitt abgeklärt. Diese ergab ein lymphozytäres Infiltrat ohne Lymphknotenarchitektur und somit den Verdacht auf ein malignes Lymphom, so dass von einer Kontinuitätsresektion Abstand genommen, makroskopisch ver-ändertes Gewebe aber noch mit entfernt wurde.

Die definitive histopathologische Aufbereitung ergab immunhistochemisch ein CD20 /BCL-2 positives sowie CD10-negatives Zellproliferat und somit die Diagnose eines niedrig malignen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms vom Typ eines Marginal-Zonen-Lymphoms (Abbildungen 5 und 6). Im weiteren Staging mittels Computertomografie des Thorax (Abbildung 7) und Abdomens und der Bronchoskopie zeigte sich eine weitere Affektion des linken Bronchialsystems. Im Knochenmarkspunktat ließ sich keine Aussaat des malignen Lymphoms nachweisen. Der Patient wurde zur weiteren Therapie an die Hämatoonkologie angebunden.



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