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12.05.15 / 16:21
Heft 10/2015 Der besondere Fall
Der besondere Fall

Paramandibuläres Lipom

Ein 63-jähriger Patient stellte sich aufgrund einer Schwellung im Bereich der Wange rechts vor, die er vor einigen Monaten bemerkt hatte. Aktuell sei ihm eine Größenprogredienz aufgefallen. Wie ist das zu deuten? Eine Fallbesprechung.




Der Patient gab keinerlei Beschwerden, insbesondere keine Schmerzen an, wünschte aber aufgrund der zunehmenden Größe eine Abklärung und die Entfernung des betroffenen Gewebes. Die allgemeine Anamnese erwies sich als unauffällig, relevante Grunderkrankungen und eine regelmäßige Medikamenteneinnahme lagen nicht vor.

Die klinische Untersuchung des Patienten bestätigte das Vorliegen einer druckindolenten, weichen und verschieblichen Schwellung paramandibulär rechts, die sowohl von extra- als auch von intraoral palpabel war. Die Zähne im Bereich des Unterkiefers rechts erwiesen sich als sensibel (Testung mit Kohlendioxidschnee). Das angefertigte Orthopantomogramm ergab keinen Hinweis auf das Vorliegen einer knöchernen Arrosion des Unterkiefers.

Die initiierte Computertomografie mit Kontrastmittel ergab das Vorliegen einer scharf begrenzten Raumforderung im Bereich der paramandibulären Loge rechts mit einer Ausdehnung von 3,5 cm x 1,5 cm x 4 cm. Nach ausführlicher Aufklärung des Patienten über die vorliegenden Befunde sowie über die möglichen therapeutischen Alternativen erfolgte die gemeinsame Entscheidung zur Entfernung der Raumforderung im Rahmen eines tagesstationären Eingriffs in Intubationsnarkose. Der Eingriff wurde vom Patienten komplikationslos toleriert. Die histologische Aufarbeitung des eingesandten Gewebes bestätigte das Vorliegen eines Lipoms. Hinweise für Malignität ergaben sich nicht. Im Rahmen der letzten ambulanten Nachsorgeuntersuchung des Patienten (drei Jahre postoperativ) zeigten sich reizlose Narbenverhältnisse im Bereich des Unterkiefervestibulums rechts.



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