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16.12.12 / 12:04
Heft 24/2012 Hilfsaktionen
Zahnärzte ohne Grenzen

Projekt in Namibia nimmt Fahrt auf

Die Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ (DWLF) hat in Namibia ein neues Projekt gestartet. Nun werden für 2013 noch Zahnärzte und Helferinnen gesucht, die mindestens zwei Wochen dort arbeiten wollen. Das Motto des in Nürnberg ansässigen Hilfswerks lautet: „Manpower is more important than Moneypower.“



Behandlung mit moderner Diagnostik Foto: DWLF

Das erste Team von DWLF war im Juni 2012 unter der Leitung von Dr. Rainer Schwedt in Namibia im Einsatz. Zunächst wurde das DWLF-Equipment – eine fixe Zahnstation im Krankenhaus von Grootfontein sowie mobile Behandlungseinheiten für Außeneinsätze aufgebaut. Zugleich wurde auch mit den Behandlungen begonnen. Die Anwesenheit des DWLF Teams war zuvor per Radio- Durchsage bekannt gemacht worden. Zunächst war das Team unsicher, ob das Projekt angenommen werden würde. Doch schnell war klar, dass die Menschen die Zahnärzte akzeptierten. Die Tage waren voll ausgelastet: über 40 Extraktionen pro Tag, dazu Füllungen et cetera wurden sofort zum Standard. Der Fahrer für die mobilen Einsätze wird vom Krankenhaus gestellt. Häufig angefragt wird, ob die Helfer auch PZRs durchführen – in einigen afrikanischen Ländern schlicht „cleening“ genannt.

Die Einsatzbasis ist in Grootfontein – hier steht für die Teams eine recht komfortable Wohnung zur Verfügung, die durch die Farm Dornhügel, betrieben von Imgard und Max Beyer, bestens betreut wird. „Namibia ist eine unvergessliche Erfahrung. Gastfreundschaft, offene Herzen, lachende Gesichter, winkende Hände an jeder Straßenecke. Nach zwei Wochen war Grootfontein keine normale afrikanische Kleinstadt mehr, sie war ein Stück weit unser Zuhause“, erinnert sich Dr. Stefan Rohr, Teamleiter eines DWLF-Teams in Namibia. Bereits nach kurzer Zeit waren die Einsatzleistenden keine fremden Weißen mehr. Sie hatten das Gefühl, ein Teil von Grootfontein zu werden. Mit Koffern voller Hilfsgüter sind sie gekommen. Ein Herz voller Erinnerungen nahmen sie mit nach Hause.

Mit allen Ländern, in die DWLF-Helfer reisen, hat DWLF ein Abkommen mit den Gesundheitsministerien oder entsprechenden Organisationen abgeschlossen. DWLF erledigt die Formalitäten und korrespondiert direkt mit den verantwortlichen Ver-tretern, so dass die Helfer nicht in einer Grauzone arbeiten.

DWLF weist gleichzeitig darauf hin, dass eigeninitiativ tätige Zahnärzte in fernen Ländern bereits verhaftet wurden, weil sie nicht bedacht hatten, dass sie sich in einem fremden, souveränen Land bewegen, wo vorher immer eine Behandlungsgenehmigung einzuholen ist. Vor einem Einsatz muss bei DWLF eine freiwillige Mindestspende eingegangen sein. sf/pm

Kontakt:
Dr. med. dent. Marcus Schifferdecker
Projektmanager für Namibia
Praxis@DrSchifferdecker.de
www.dwlf.org



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