zm-online
16.11.06 / 00:14
Heft 22/2006 Zahnmedizin
Fortbildungsteil 2/2006

Psychologie als Handwerkszeug für den Praktiker

Kenntnisse von Psychologie und Psychosomatik sind die Rüstzeuge neben zahnmedizinischem und medizinischem Wissen, um alltäglich den Anforderungen der Behandlung von Patienten erfolgreich begegnen zu können. Dieser interaktive Fortbildungsteil ermöglicht es dem Zahnarzt, der sich bislang noch nicht mit dieser wichtigen Thematik auseinandergesetzt hat, sich mit einzelnen Themen zu diesem Fachkomplex intensiv zu beschäftigen und nach Erarbeitung der Themen sein Wissen interaktiv zu überprüfen.




Patienten, die den vermeintlichen Misserfolg einer Zahn(-ersatz-)behandlung beklagen, gibt es immer häufiger. Nur selten ist eine nicht lege artis durchgeführte Behandlung die Ursache für die Beschwerde. Vielmehr liegt oftmals eine psychische Grunderkrankung des Patienten vor, die eine erfolgreiche zahnärztliche Behandlung von Grund auf ausschließt. Wird diese nicht rechtzeitig vom Zahnarzt erkannt, sind die Folgen unvermeidlich. Dr. Inge Staehle, Erlangen, zeigt typische Fehler auf, die seitens des Zahnarztes mit psychosomatisch erkrankten Patienten bei rechtzeitigem Erkennen vermieden werden können.

Das Gespräch des Zahnarztes mit seinem Patienten ist ein komplexes Geschehen im allgemeinen Behandlungsablauf und steht nicht nur zur Anamneseerhebung, sondern auch während des gesamten Behandlungsverlaufes an oberster Stelle.

Privatdozent Dr. Ralf Nickel, Schlangenbad, zeigt allgemeine Grundprinzipien auf und macht auf Fehler aufmerksam, die häufig im Umgang mit dem Patienten gemacht werden. Deutlich wird: Neben zahnmedizinischem Fachwissen ist die Führung des Patienten im Gespräch das A und O einer erfolgreichen Behandlung. Und das kann erlernt werden.

Der atypische Gesichtsschmerz zeichnet sich durch ein chronisches Beschwerdebild aus, das eine eindeutige Zuordnung der Ursache nicht erkennen lässt, aber mit einer hohen Komorbidität psychischer Störungen einhergeht. Professor Dr. Dr. Stefan Evers, Münster, geht auf dieses Krankheitsbild näher ein und warnt davor, bei Patienten mit ideopathischem Gesichtsschmerz invasive Behandlungen jeglicher Art durchzuführen.

Irritationen an der Mundschleimhaut oder allgemeine Befindlichkeitsstörungen werden immer häufiger beklagt. Statistiken belegen, dass diese Beschwerden besonders von weiblichen Patienten im mittleren Lebensabschnitt vorgebracht werden. Liefert die Anamnese keinerlei organische Anhaltspunkte, liegt die Verdachtsdiagnose der Materialunverträglichkeit nahe, soweit Zahnersatz vorhanden ist. Dieses Thema nimmt Privatdozent Dr. Randolf Brehler, Münster, näher unter die Lupe.

Probleme, die im Praxisalltag anstehen, einfach negieren oder gar in sich „hinein fressen“, das ist für manchen Zahnarzt eine nur kurzfristige Lösung. Langfristig führt dieses Verfahren zu Stress und psychischer Belastung des Zahnarztes, die dann nicht selten ihren Weg in einer Erkrankung suchen. Um diesem zu begegnen, hat der ungarische Arzt Michael Balint, Freud-Schüler, eine Methode entwickelt, diese Belastung in Gruppengesprächen abzubauen. Professor Dr. Stephan Doering, Münster, stellt die Methode der Balintarbeit vor und gibt Tipps, wie man eine Gruppe finden kann.

Parallel zu diesem Fortbildungsteil haben der Ausschuss für präventive Zahnheilkunde der Bundeszahnärztekammer und der Arbeitskreis für Psychologie und Psychosomatik in der Zahnmedizin, die diesen Teil maßgeblich mitgestaltet haben, einen Leitfaden entwickelt, der dem Zahnarzt eine Art „Vademecum“ liefern soll. Dieser Leitfaden ist für jeden Zahnarzt in gebundener Form ab etwa 1. Dezember über seine zuständige Kammer abrufbar.  

Für den diesjährigen zm-Herbstfortbildungsteil können Sie Fortbildungspunkte sammeln.
Achtung, der Zulassungsmodus hat sich geändert!
Die Fragen finden Sie bei www.zm-online.de unter @-Fortbildung

Verantwortlich für den Fortbildungsteil:

Prof. Dr. Elmar Hellwig

Prof. Dr. Detlef Heidemann

Susanne Priehn-Küpper



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