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01.01.16 / 00:01
Heft 01/2016 Medizin
Masern in Deutschland

Regionale Ausbrüche durch importierte Erreger

Auch wenn die Häufigkeit der Masern in Deutschland durch die Impfung deutlich zurückgegangen ist, kommt es immer wieder zu zeitlich begrenzten regionalen Ausbrüchen. Oft sind von Migranten importierte Erreger die Auslöser. Dabei zeigt sich ein stetiger Anstieg der Erkrankungsrate bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, deren Anteil bei über 50 Prozent liegt, häufig mit einem schweren Krankheitsverlauf.




Masern sind weltweit verbreitet. Am häufigsten treten sie in den Entwicklungsländern Asiens und Afrikas auf. Verursacht werden sie durch ein humanpathogenes RNA-Virus. Das Masernvirus ist sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie erhöhten Temperaturen, Licht, UV-Strahlen, fettlösenden Substanzen und Desinfektionsmitteln. Die Genotypisierung ist nur relevant für epidemiologische Analysen, das heißt für die Erkennung von Transmissionswegen und Infektionsquellen.

Trotz einer Impfung, die seit über 40 Jahren zur Verfügung steht, kommt es auch in Deutschland immer wieder zu regionalen Ausbrüchen, die in Einzelfällen sogar zum Tod führen können. Oft sind von Migranten importierte Erreger der Auslöser. Bei über 50 Prozent der Betroffenen handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen der Krankheitsverlauf meist schwerer ist, so dass eine stationäre Behandlung erforderlich ist.

Extrem hohe Ansteckungsgefahr

Die einzige Infektionsquelle ist der infizierte, akut erkrankte Mensch. Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen werden. Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Beginn des katarrhalischen Stadiums vergehen acht bis zehn Tage, bis zum Ausbruch des Exanthems 14 Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits drei bis fünf Tage vor Auftreten des Exanthems und hält bis vier Tage nach Auftreten des Exanthems an. Eine Masernerkrankung hinterlässt immer eine lebenslange Immunität.

Die Erkrankung verläuft zweiphasisch. Sie beginnt mit einem katarrhalischen Stadium mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten und einem Enanthem an der Mundschleimhaut. Diese kalkspritzerartigen weißen bis blau-weißen Flecken, auch Koplik-Flecken genannt, sind pathognomonisch für Masern. Am dritten bis siebten Tag entsteht dann das charakteristische makulopapulöse Exanthem in Form von bräunlich-rosafarbenen konfluierenden Hautflecken. Es beginnt im Gesicht, typischerweise hinter den Ohren und bleibt vier bis sieben Tage bestehen. Beim Abklingen erscheint eine Kleie-artige Schuppung. Nach einer Woche beginnt dann die Entfieberung.



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