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01.11.12 / 12:03
Heft 21/2012 Repetitorium
Repetitorium

Riech- und Schmeckstörungen

Unsere Sinnesorgane sind für die Wahrnehmung spezieller Reize verantwortlich. Sie registrieren akustische oder optische Reize oder reagieren wie beim Riechen und Schmecken auf chemische Substanzen. Die Sinne ermöglichen dem Menschen die Orientierung in seiner Umwelt, vermitteln Genuss und warnen in Gefahrensituationen. Störungen der Sinneswahrnehmung können viele Ursachen haben und dabei auch Frühsymptom einer chronischen Krankheit sein.




Sehen, hören, riechen, schmecken und tasten – mit diesen Wahrnehmungen orientiert sich der Mensch in seiner Umwelt und ist in der Lage, sein Leben zu gestalten. Beim Sehen reagiert der Organismus auf optische, beim Hören auf akustische Reize, während beim Riechen und beim Schmecken chemische Substanzen die Sinneswahrnehmung auslösen. Riechen und Schmecken werden daher auch als chemische Sinne zusammengefasst und als Chemosensorik bezeichnet. Beide Sinne sind eng miteinander verknüpft, Riech- störungen sind nicht selten assoziiert mit Schmeckstörungen, und vermeintliche Störungen der Geschmackswahrnehmung beruhen häufig auf einer Riechstörung.

Der Geruchssinn

Verantwortlich für das Wahrnehmen von Gerüchen sind spezielle Riechzellen, die olfaktorischen Sinneszellen. Sie befinden sich vor allem in einem kleinen Bereich im Dach der Nasenhaupthöhle, dem Nasendach. Die Riechzellen im dort lokalisierten Riechepithel werden durch Duftstoffe aktiviert, chemische Moleküle, die aus der Luft aufgenommen werden. Diese induzieren Veränderungen der olfaktorischen Sinneszellen, die den Riechnerv, den Nervus olfactorius, aktivieren, der dann den Reiz an das Gehirn weiterleitet.

Die Duftstoffe binden dabei an spezielle Proteine in der Zilienmembran der Sinneszellen, die Duftstoffrezeptoren, und lösen eine Signalkette der Reizverarbeitung aus. Über die Rezeptoren, die auf verschiedenste Substanzen reagieren, und die nachgeschalteten Reaktionen werden die Duftstoffe erkannt und verstärkt. Die Verarbeitung des Reizes als Geruchseindruck erfolgt dann im Gehirn.

Normalerweise nehmen Menschen rund 20 bis 30 verschiedene Gerüche wahr. Der Geruchssinn ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich gut ausgeprägt und lässt sich zudem trainieren. Soge- nannte Parfumeure erkennen etwa 2 000 verschiedene Aromen und sind auch in der Lage, diese exakt voneinander zu unterscheiden.



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