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01.04.12 / 12:00
Heft 07/2012 Repetitorium
Repetitorium

Rosazea – die Gesichtsrose

Den Ursachen der Rosazea – im Volksmund auch Gesichtsrose genannt – sind die Wissenschaftler in jüngster Zeit ein kleines Stück näher gekommen. Angeborene Immunstörungen scheinen maßgeblich die entzündlichen Veränderungen der Haut zu triggern, wobei fast ausschließlich das Gesicht betroffen ist. Trotzdem bleibt die Rosazea nach wie vor ein Krankheitsbild mit vielen Fragezeichen.




Rund fünf bis zehn Prozent der Menschen in Europa weisen eine Rosazea auf, eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die hauptsächlich das Gesicht betrifft. In Deutschland wird die Zahl der Menschen mit Rosazea auf etwa vier Millionen geschätzt. Die Dermatose tritt meist erst zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf, sie manifestiert sich nur selten schon im Kindesalter. Frauen erkranken generell häufiger als Männer, allerdings zeigen Männer im Erkrankungsfall oft schwerere Verlaufsformen.

Überproportional häufig entwickelt sich die Rosazea zudem bei hellhäutigen Menschen, während eher südländische, dunkelhäutigere Personen seltener erkranken. Das erklärt das Nord-Süd-Gefälle der Prävalenz in Europa, wobei die Erkrankungsrate in Südeuropa etwa fünf Prozent beträgt und in Nordeuropa auf bis zu zehn Prozent der Bevölkerung ansteigt.

Krankheitsbild mit vielen Namen

Verschiedene Bezeichnungen sind für das Krankheitsbild gebräuchlich. So wird die Rosazea auch als Gesichtsrose, als Kupferrose und als Kupferfinne bezeichnet. Ferner wird von der Couperose und von der Erythrosis facialis gesprochen und gelegentlich auch von der Acne rosacea oder der Acne erythematosa, zwei irreführende Begriffe, da es sich keineswegs um eine Akne handelt. Das klinische Erscheinungsbild ähnelt zwar der Akne, doch handelt es sich nicht um eine primär follikuläre Erkrankung. Auch fehlen Komedonen, wie in den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) betont wird.

Die Veränderungen betreffen vielmehr die Gefäße und Talgdrüsen des Gesichts sowie der angrenzenden Hautpartien, so dass auch die Haut der Hals-, der Brust- und der Rückenregion sowie die Kopfhaut in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Bei jedem zweiten Patienten sind außerdem die Augen von den Hautveränderungen betroffen. Auch gibt es Sonderformen der Rosazea.

Stark belastend

Die Hauterkrankung nimmt üblicherweise einen schubförmigen, chronischen Verlauf. Anfangs treten Flushsymptome sowie Erytheme auf, die zunächst flüchtig sind, später jedoch persistieren. Die Veränderungen bilden sich initial meist zentrofazial, also im Bereich von Stirn, Nase, Kinn und Wangen. Oft entwickeln sich im weiteren Verlauf Teleangiektasien, und es können Papeln und Papulopusteln entstehen. Möglich ist ferner die Ausbildung einer diffusen Hyperplasie des Bindegewebes und der Talgdrüsen. Die charakteristischen Hautveränderungen der Rosazea sind in aller Regel nicht schmerzhaft und auch nicht ansteckend. Sie werden oftmals aber als kosmetisch gesehen beeinträchtigend erlebt und bedeuten zum Teil für die Betroffenen eine nicht unerhebliche psychische Belastung. Besonders dann, wenn sich im Spätstadium der Rosazea ein Rhinophym, also eine Knollennase bildet.



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