sf
01.12.10 / 00:09
Heft 23/2010 Gesellschaft
Hilfswerk Deutscher Zahnärzte

Soziale Verantwortung hinterlässt Spuren

Das Jahr 2010 neigt sich dem Ende. Zur Weihnachtszeit werden die Weichen in der westlichen Welt auf Besinnlichkeit umgestellt. Auch das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) hält inne und blickt zurück auf ein ereignisreiches Jahr, das erneut vom unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten geprägt war. Durch das Vertrauen der Freunde und Unterstützer des HDZ und die verlässliche Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ist es gelungen, zahlreiche Projekte auf der ganzen Welt zu unterstützen. Allen voran die Aufbauarbeiten nach der tragischen Erdbebenserie auf Haiti und Soforthilfemaßnahmen nach der Flut in Pakistan.




Das HDZ trägt dort zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, wo es im engeren Sinne um zahnmedizinische Hilfe geht. Mit Ausnahmen. Nach den katastrophalen Aus- wirkungen des Mehrfachbebens auf Haiti richtete sich der helfende Blick des HDZ unmittelbar auf den völlig verarmten Karibikstaat. Spontan wurden 50 000 Euro als Soforthilfe bereitgestellt. Im Laufe des Jahres flossen an den Partner vor Ort, die Salesianer Don Boscos, insgesamt 105 000 Euro für den Wiederaufbau.

Wie ist die Lage vor Ort kurz vor den Präsidentschaftswahlen, die für Ende November anberaumt sind? Claudia Moll, Projektreferentin von Don Bosco berichtet, „neun Monate nach dem Beben ist von dem erhofften Wiederaufbau der Hauptstadt Port-au-Prince und den umliegenden Gebieten nicht viel zu sehen.“ Der Großteil der Trümmer sei nach wie vor nicht weggeschafft. Katastrophale Straßenverhältnisse mit bis zu fünfzig Zentimeter tief klaffenden Löchern im Asphalt, meterhohen Müllbergen oder Schlammmassen behindern einen funktionierenden Straßenverkehr, so ihr Eindruck. Man schätzt die Zahl der in Lagern und Zelten lebenden Menschen auf eine halbe Million. Die Regierung bleibe weitgehend untätig, Hausbauprogramme seien nur in kleinem Maße angelaufen, berichtet Moll.

Verzögerter Wiederaufbau

Das spüren auch die Salesianer, die nun vor enormen Herausforderungen stehen: Zusätzliches Unterrichts- und Ausbildungsmaterial muss beschafft, bauliche Veränderungen müssen vorgenommen und zusätzliches Personal eingestellt werden, um die gestiegene Anzahl von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen aufnehmen zu können.

Das große Gelände im Zentrum von Port-au-Prince war vom Erdbeben extrem stark beschädigt worden. Hier befanden sich große Unterrichtsgebäude für eine technische und eine pädagogische Berufsschule, Werkstätten, ein Straßenkinderzentrum und ein Wohnhaus der Salesianer. Teile der Schulen wurden komplett zerstört, andere sind unbrauchbar geworden. Die Salesianer entschieden, dass die neue Berufsschule nicht wieder in La Saline, einer der ärmsten und gefährlichsten Gegenden der Stadt, sondern am Stadtrand in einem besseren Stadtteil aufgebaut werden soll. Nach langem Suchen konnte ein Grundstück erworben werden, auf dem in Zukunft eine neue Berufsschule entstehen soll.

Neben dem Engagement in Haiti hat sich das HDZ 2010 unter anderem auch auf Projekte in Osteuropa konzentriert, wie den Bau einer Sozialstation für Alte und Kranke in Beltung, Rumänien, das Hausbauprogramm in Fushe Arrez, Albanien oder die Lieferung einer großen Palette von Zahnhygiene-Artikeln an das Kinderheim in Lisitschanks, Ukraine.

„Ohne die Spenden der Zahnärzteschaft wären diese vielfältigen Hilfen gar nicht zu leisten gewesen“, bedankt sich HDZ-Vorsteher Dr. Klaus Winter und bittet um weitere Unterstützung durch eine Zustiftung.

HDZ-Zustiftungskonto 060 4444 000
Deutsche Apotheker und Ärztebank,
Hannover, BLZ 250 906 08,
Verwendungszweck: „Zustiftung“,
Nachname, Vorname, Wohnort

www.hilfswerk-z.de

• Am 2. Weihnachtsfeiertag sendet das Bayerische Fernsehen um 21.15 Uhr den Beitrag „Gold für Afrika - Deutsche Hilfe für Aids-Waisen“



Mehr zum Thema


Anzeige