spk
16.10.10 / 00:10
Heft 20/2010 Zahnmedizin
AG Dentale Technologie mit der DGZI

Spannungfeld Implantologie und konventioneller Zahnersatz

Anfang Juni trafen sich 1200 Zahntechniker, Zahnärzte und zahlreiche Aussteller der Industrie zum Wissenstransfer. Die Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie (ADT) tagte in der Stuttgarter Liederhalle.




Die Teilnehmer erlebten mit dem Vortrag von Prof. Dr. Daniel Edelhoff, München, ein Highlight. In seinem 30-minütigen Vortrag, der zum besten der Tagung gewählt wurde, zeigte er eindrucksvoll, wie dank der neuen Technologien komplexe restaurative Fälle gelöst werden können. Vor und nach seinem Vortrag gingen die Referenten in ihren Beiträgen auf diese technischen Errungenschaften ein. So stellten Dr. Stefan Harder, Kiel, ästhetische Optionen der Implantat-Einzelzahnversorgung aus klinischer Sicht und ZTM Michael Brüsch, Düsseldorf, dentin-ähnliches Schichten mit Keramik aus Laborsicht vor.

Zahnmedizin, Asien und das Abendland

Der Chef der staatlichen Klinik für Implantologie in Peking Prof. Dr. Ye Lin wartete mit Witz und umfangreichen Fällen auf - und das Ganze in deutscher Sprache. Die Botschaft des in Deutschland ausgebildeten Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgen Prof. Lin: neben der Euphorie und den 1 000 chirurgischen und prothetischen Möglichkeiten, den Patienten und die Risiken nicht aus den Augen zu lassen – kurz: auch manchmal „einen Gang zurückschalten“.

Der Festvortrag von Prof. Dr. Jürgen Setz, Halle, zeigte die Funktion und Präsenz von Zähnen in der Malerei des Abendlandes. Auffällig war, wie wenig diese und wenn, in welcher Art und Weise sie dargestellt sind. Professor Setz, Kunstenthusiast und weit gereister Museumsbesucher mit kunstwissenschaftlichem Know-how, präsentierte aus seiner eigenen Sammlung unterschiedliche Zahndarstellungen. Er sensibilisierte hiermit für ein genaueres Hinschauen bei dem nächsten Museumsbesuch.

AmFolgetag standen historische Entwicklungen mit heutigem Nutzen auf der Agenda. So berichtete Dipl-Ing. Christian Arnold, Halle, über das Revival eines vergessenen DDR-Patents für die weichbleibende Unterfütterung mittels Ethylen-Vinyl-Acetat. Professor Dr. Heiner Weber, Tübingen, und ZTM Günter Rübeling, Bremerhaven, boten einen Überblick zur Errungenschaft „Funkenerosionstechnologie in der Zahnmedizin“, die nicht zuletzt mit CAD-CAM gefrästen NEM-Stegen kombinierbar ist. Dass wiederum solche Arbeiten nur durch den Sprung von Drei-Achs auf Fünf-Achs-Systeme möglich sind, zeigte ZTM Enrico Steger aus Südtirol. Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Christoph Peter Bourauel, Bonn, präsentierte, was die bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschriebenen Knochenumbauvorgänge heute für die Implantologie bedeuten.

Termin ADT 2011

Die 40. Jahrestagung wird vom 02. bis 04. Juni 2011 in Böblingen abgehalten werden. Das Thema: „Lebensqualität durch Zahnmedizin und Zahntechnik?“ lässt einen Blick über die Technologie hinaus auf den Patienten erwarten. Woliegen die Benefits unserer heutigen Fähigkeiten? Und können wir den Menschen mit ihren Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen die Lebensqualität ermöglichen, sichern oder gar verbessern? Es ist geplant, die erfolgreiche Kooperation mit der DGZI fortzuführen. Ein Blick auf die Internetseite lohnt sich. www.ag-dentale-technologie.de

Dr. Fabian Hüttig
Zentrum für ZMK-Heilkunde
des Universitätsklinikums Tübingen
Abteilung für Zahnärztliche Prothetik
mit Propädeutik und Sektion „Medizinische
Werkstoffkunde und Technologie“
Osianderstr. 2-8
72076 Tübingen
fabian.huettig@med.uni-tuebingen.de

INFO

Der „Lebenspreis“ und Wechsel im Vorstand

Der Kongress eröffnete mit der Verleihung des „Lebenspreises“ der Gesellschaft das Vortragsprogramm. Der scheidende 1. Vorsitzende Prof. Dr. Heiner Weber, Tübingen, verlieh diese Auszeichnung dem Verleger Dr. h.c. Horst-Wolfgang Haase. In der Laudatio fand sich die Begründung der Gesellschaft, dass diese Ehrung erstmals einem Nichtzahnarzt und Nichtzahntechniker zu Teil wurde. Dr. Haase hat jedoch über Jahrzehnte hinweg mit dem Quintessenz Verlag in beispielloser Art für das Fach Zahnmedizin unterschiedlichste Personengruppen und Repräsentanten zusammen geführt – so zum Beispiel schon beim ersten G7 Global Healthcare Summit. Ergebnis nach all den Jahrzehnten sind über 15 000 Fachbücher, 61 Fachzeitschriften in 15 Sprachen rund um die Zahnmedizin und Zahntechnik weltweit. Trotz dieser Errungenschaften und den bereits 3 000 Autoren ist sein Team in 14 Ländern fortwährend „auf Talentsuche“. Nun befindet sich sein Name auf dem Lebenswerk-Obelisken der Gesellschaft, neben anderen Größen wie auch Horst Gründler.

Der Vorstand der ADT wurde für drei Jahre neu gewählt. Prof. Dr. Jürgen Setz, Halle, übernahm den 1. Vorsitz, und Prof. Dr. Daniel Edelhoff, München, wurde dessen Vertreter. Den zweiten Vorsitz erhielt ZTM Jochen Birk, Stuttgart. Sein Vertreter ist ZTM Gerhard Stachulla, Bergen.



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