spk
01.10.10 / 00:14
Heft 19/2010 Zahnmedizin
Highlight beim Deutschen Zahnärztetag

TED entscheidet

Behandlungstechniken können erlernt werden. Schnelles und sicheres Einordnen klinischer Situationen und das Entwickeln eines adäquaten Therapieplanes sind jedoch die Königsdisziplinen in der Zahnmedizin. Welche Therapiealternativen gibt es? Welche Risiken gehen die Beteiligten bei welcher Therapievariante ein? Im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages am 13.11.2010 in Frankfurt am Main soll folgender Fall in höchster Videoqualität komplett durchdokumentiert präsentiert werden. Per TED-Abstimmung werden die Teilnehmer an jedem entscheidungsrelevanten Schritt über das weitere Behandlungsprozedere abstimmen. Hier nun die Ausgangssituation. Wie würden Sie entscheiden?




Anamnese

Die 48-jährige Patientin stellte sich am 14. Juli 2009 in der Praxis vor. Sie strebte eine prothetische Neuversorgung an, da sie immer wieder Probleme mit zervikaler Karies, rezidivierender Parodontitis, Rezessionen und nun lockeren Zähne habe. Sie vermutete, an einer Xerostomie zu leiden und beobachtete eine generalisierte Rötung der Gingiva seit der medikamentösen Begleittherapie einer Mastektomie nach Mama-CA im Jahr 2002.

Das Medikamentenregime gliedert sich wie folgt:

• Standardchemotherapie (drei Monate)

• Trastuzumab (Herceptin®, HERA-Studie, therapeutischer humanisierter monoklonaler Antikörper gegen den Wachstumsfaktorrezeptor HER2/neu) für zwei Jahre

• dann Letrozol (Femara®, Aromatasehemmer, blockieren die Umwandlung von Androgenen in Östrogene) zur Brustkrebs- Rezidivprophylaxe bis heute.

Des Weiteren leidet sie an einer Neurodermitis. Aus allgemeinmedizinischen Gründen will die Patientin jegliches gesundheitliche Risiko, das von Zähnen ausgeht, minimieren. Die Versorgung im Unterkiefer möchte sie, falls möglich, gerne erhalten, ihre ästhetischen Ansprüche sind hoch.

Befunde und Diagnosen

Die Speichelfließrate in Ruhe betrug 0,2 ml/min (Norm 0,3-0,4 ml/min), die stimulierte Speichelfließrate lag bei 0,22 ml/min und 1,1 ml/5min (Norm 2,0 ml/min) bei hoher Pufferkapazität. Damit ergab sich ein erhöhtes Kariesrisiko bei vorliegender Xerostomie.

Radiologisch liegen folgende Diagnosen vor (Abbildung 1): Insuffiziente Wurzelfüllungen an 17, 18, 21, 26, Beherdung an 21, zervikale Karies an 11, 17, enge Wurzel- proximität an 17, 18 und ein tiefer intra- alveolärer Knochendefekt an 25, 26.

Der parodontale Befund ist in Abbildung 2 grafisch dargestellt. Die klinischen Fotografien (Abbildungen 3 bis 5) zeigen den Zustand nach der ersten professionellen Zahnreinigung.

Damit ergibt sich die Fragestellung: Wie könnte eine unter allgemeinmedizinischen Kriterien sichere Versorgung aussehen, die den Vorstellungen der Patientin in Bezug auf Ästhetik und Komfort entspricht?

Dr. Markus Schlee
Bayreuther Str. 39
91301 Forchheim
anmeldung@32schoenezaehne.de



Anzeige