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01.11.15 / 00:05
Heft 21/2015 Zahnmedizin
Osteolyse nach Frontzahntrauma

Vollständige ossäre Regeneration

Dieser Fall zeigt die Behandlung einer apikalen Osteolyse nach einem Frontzahntrauma im Wechselgebiss bei einem Neunjährigen. Dabei wurde die Methode der klassischen Apexifikation mit Kalziumhydroxid kombiniert mit dem MTA-Verfahren.




Anamnese: Im vorliegenden Fall war es bei dem zum Unfallzeitpunkt neunjährigen männlichen Patienten bei einem Fahrradsturz zu einem Frontzahntrauma gekommen. Der Junge erlitt bei dem Unfall eine Subluxation am Zahn 21. Weitere Verletzungen waren nicht vorhanden. Da sich der Unfall während eines Urlaubsaufenthalts ereignet hatte, erfolgte die Erstversorgung durch einen Zahnarzt vor Ort. Der gesunde Patient wies zu diesem Zeitpunkt ein altersentsprechendes Wechselgebiss auf. Im Zusammenhang mit der Erstversorgung wurde ein Zahnfilm (Abbildung 1) angefertigt.

Fokussiert auf den betroffenen Zahn 21 zeigte dieser ein nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum und ließ eine unfallbedingte Schmelzabsplitterung an der Inzisalkante erkennen. Eine Wurzelfraktur am betroffenen Zahn sowie eine Alveolarknochenfraktur ließen sich auf der angefertigten Aufnahme nicht vermuten.

Da es zu keinen weiteren Beschwerden und zu einem komplikationsfreien Verlauf kam, stellte sich der Patient zu keiner weiteren Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt am Heimatort vor. Zwei Jahre später bemerkte der Patient eine dezente Schwellung im Bereich der linken Oberlippe. Unter Schmerzen oder Aufbissempfindlichkeit litt der Patient dabei nicht. In diesem Zustand stellte sich der Patient in der Poliklinik für Zahnerhaltung des Universitätsklinikums Münster erstmals vor. Nach eingehender Anamnese und Befunderhebung wurde eine aktuelle Zahnfilmaufnahme angefertigt (Abbildung 2).

Der Befund

Auf der Zahnfilmaufnahme zeigte der Zahn 21 ein weiterhin nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum und eine ausgedehnte apikale Osteolyse. Im Vergleich zur altersentsprechend entwickelten Wurzel des Zahnes 11 erschien die Wurzellänge des traumatisierten Zahnes verkürzt. Auch stellte sich das Lumen des Wurzelkanals im Seitenvergleich vergrößert dar. Nach eingehender Beratung und Aufklärung über die Befunde wurden dem Patienten die Therapiemöglichkeiten und Alternativen ausführlich erläutert. Aufgrund des Alters des Patienten wurde ein möglichst schonendes und atraumatisches Vorgehen angestrebt.

Der Patient stimmte dem Erhaltungsversuch des Zahnes durch die Einleitung einer orthograd durchgeführten Wurzelkanalbehandlung und somit der primär rein konservierenden Therapie zu. Durch wiederholte medikamentöse Einlagen mit einem alkalischen Kalziumhydroxidpräparat sollte eine Apexifikation der Wurzel und eine Ausheilung der apikalen Osteolyse an Zahn 21 erreicht werden. Neben der Möglichkeit eines Misserfolgs der geplanten Therapie wurde der Patient ausdrücklich über die zu erwartende Behandlungsdauer aufgeklärt.



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