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01.05.13 / 12:00
Heft 09/2013 Politik
Karl-Häupl-Kongress 2013

Vom Kind bis zum Greis

Zahnarzt sein und das für eine Patientenklientel von eins bis 100 und mehr. Das stellt große Anforderungen nicht nur an die Behandlung an sich, sondern auch an die psychologischen Fähigkeiten von Behandler und Team, an die Gestaltung der Praxisräume und an ein „sich einfach darauf einstellen“. Diese Thematik hatte Fortbildungsreferent Dr. med. habil. Georg Arentowicz dieses Jahr zum Thema gemacht: Über 1200 Zahnärzte wollten wissen, wie das genau geht.




Aber nicht nur das Thema lockte, es gab auch viel zu feiern im Kölner Gürzenich, der „Guten Stube“ der Domstadt Köln: Denn die Zahnärztekammer Nordrhein beging den 60. Jahrestag ihrer Gründung, gleichzeitig wurde vor genau 35 Jahren das Karl-Häupl-Institut, das Fortbildungsinstitut der Zahnärzte in Nordrhein, aus der Wiege gehoben, wie Kammerpräsident Dr. Johannes Szafraniak in seiner Begrüßungsrede mitteilte: „Aber damit noch nicht genug – auch treffen wir uns schon zum zehnten Mal in Folge in Köln!“ Er wünschte „Fortbildungstage mit Biss“.

Auch standespolitisch wurden im Gürzenich Fakten geschafften. So warnte der KZV-Vorsitzende Dr. Ralf Wagner in seiner Rede: „Fallen Sie nicht auf die Überschrift „Bürgerversicherung“ herein! Das Wort „Bürgerversicherung“ klingt zwar so einfach ausgesprochen ganz gut, aber die Details sind schlecht!“ Doch er konnte seinen Zahnärzten in Nordrhein auch eine gute Nachricht überbringen: „Das strikte Budget hat sein Ende gefunden. Das Honorar wird ungekürzt ausgezahlt werden.“

Auch Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer und Zahnarzt aus Köln, bestätigte Wagner in seiner Äußerung zur Bürgerversicherung. Ebenso forderte er vehement die Umsetzung der Ausbildungsverordnung Zahnärzte (AOZ). „Eine weitere Ablehnung nehmen wir nicht mehr hin!“

Weiter fürchtete Engel, dass die hohen Werte, auf die die Zahnärzteschaft baut, um der Ökonomie willen geopfert werden. „Wir kämpfen aber für eine gute Versorgungslage unserer Patienten, denn sie sind letztlich die Akteure im Gesundheitswesen und nicht diejenigen, die meinen es zu sein, und die Politik bestimmen.“

Seine Worte saßen - das meinte auch die Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und versprach: „Danke Dr. Engel, diese Worte nehme ich mit nach Hause!“

Referenten aus diversen Fachbereichen beleuchteten die Zahnheilkunde vom ersten Zahn bis ins Alter des betagten Seniors. Alle Altersstufen brauchen unterschiedlich ausgerichtete Therapieoptionen, wie alle eindrucksvoll zeigten.

Info

Astronaut als Ehrengast

Zum Jubiläum hatten die Organisatoren einen ganz besonderen Gast geladen: Der französische Luftwaffengeneral und Astronaut Michel Tognini (Foto), der sowohl mit der russischen Sojus zur Raumstation Mir geflogen war als auch an einer amerikanischen Space-Shuttle-Mission teilgenommen hatte, schilderte in seinem Festvortrag seine doch auch für Zahnärzte sehr außergewöhnlichen Erlebnisse im All.



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