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01.02.03 / 00:15
Heft 03/2003 Titel
Investitionen für die Praxis

Vom Status quo zu neuen Plänen

Es ist ein halsbrecherischer Spagat, den Deutschlands Zahnärzte heute meistern müssen: Budgetierung und gesundheitspolitischer Druck einerseits, medizinische Erfordernisse und die Verantwortung gegenüber dem Patienten andererseits. Um die Praxis fit zu halten, sind regelmäßige Investitionen unablässig – aber welche sind sinnvoll und wie lassen sie sich am besten umsetzen?




„Investieren oder doch lieber noch abwarten – das ist eine Entscheidung, die ein Zahnarzt häufiger treffen muss“, so Dr. Sigrid Olbertz, Zahnärztin und Master of Business Administration. „Denn ungeachtet jeder gesundheitspolitischen Entwicklung ist und bleibt die Praxis Basis unserer wirtschaftlichen Existenz. Und diese Basis gilt es mindestens zu erhalten, wenn nicht gar zu festigen.“

Welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten, welche Voraussetzungen und Perspektiven sind aktuell mit einer Investition in der Zahnarztpraxis verbunden? In drei Beiträgen soll der Themenkomplex auf den folgenden Seiten erörtert werden.

• Zahnärzte investieren anders als alle anderen Fachmediziner in Deutschland. Zum einen liegt das daran, dass sie in ihren Praxen auf eine umfangreiche technische Ausstattung angewiesen sind. Aber auch die positive Berufsrolleneinschätzung der meisten Zahnärzte mag ein Grund für die Investitionsbereitschaft sein. „Niemand macht mehr als die Zahnärzte“ lautet daher der Titel des Beitrages, der sich schwerpunktmäßig mit dem Investitionsverhalten von zahnärztlichen Existenzgründungen beschäftigt. Ausgehend von einer Analyse des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) werden hier Trends und Entwicklungen beschrieben und analysiert, die in den vergangenen Jahren in Bezug auf Investitionen – speziell bei der Neugründung einer Einzelpraxis – zu beobachten sind. Mit dem neu angelaufenen Projekt „AVE-Z“ möchte das IDZ in den kommenden Jahren eine umfassende Längsschnittstudie erstellen, die eine „ökonomische Analyse der Ausgangsbedingungen, Verlaufsmuster und Erfolgsfaktoren von zahnärztlichen Existenzgründungen“ ermöglicht. Auch hierzu gibt der Artikel erste Informationen.

• Dass gerade in konjunkturell schwachen Zeiten eine antizyklische Praxisführung sinnvoll sein kann, ist die These des Artikels „Durch die Krise zum Erfolg“. Im Spannungsfeld zwischen medizinischen und ökonomischen Erfordernissen, zwischen Anforderungen der Patienten und Möglichkeiten des Praxisinhabers müssen die richtigen Wege gefunden werden, um die Zukunft der Praxis zu sichern. Dabei ist generell zwischen zwei Arten der Investition zu unterscheiden: solche, die einen unmittelbaren Nutzen mit sich bringen und jene, die der Entwicklung und der Philosophie der Praxis nützen. Welche Kombinationen hierbei möglich sind und wie sich Einsatz und Gewinn für den Zahnarzt in eine vernünftige Relation bringen lassen wird ebenso diskutiert wie das so genannte „Zwei-Gewinner-Prinzip“. Abgerundet wird der Text mit einem zm-Praxisbeispiel zum Thema „Vollzeitbehandlungsblock für die Prophylaxe“.

• Eine Fülle von Informationen und Handlungsempfehlungen für die Investitionspraxis finden sich im abschießenden Text: „Schritt für Schritt zur besten Strategie“. Ausgehend von der These, dass jedes Investitionsverhalten sowohl von objektiven Kriterien als auch von subjektiven Faktoren beeinflusst wird, werden einzelne wirtschaftliche und persönliche Prämissen diskutiert, die hierbei eine Rolle spielen. Der Text beschäftigt sich zunächst mit den Möglichkeiten der Fremdfinanzierung über eine Bank. Ratingkriterien haben in diesem Zusammenhang stark an Bedeutung gewonnen: Die Banken wollen das Kreditrisiko ermitteln, die betriebswirtschaftlichen Kennziffern der Praxis überprüfen, das Praxiskonzept erläutert wissen und auch die praxisinterne Organisation kennen. Tipps für den Kredit suchenden Zahnarzt runden diesen Bereich ab.

Praxiskonzept und Investitionsverhalten eines Zahnarztes hängen unmittelbar zusammen. Der Text beschreibt, inwieweit sich innovative Konzepte in der Praxis auch mit geringen oder sogar ohne finanzielle Investitionen planen und realisieren lassen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die steuerliche Komponente einer Praxisinvestition gelegt. Es wird beschrieben, welche Spielregeln und welche Spielräume der Gesetzgeber hier vorgibt. In diesem Zusammenhang werden auch die Vor- und Nachteile von degressiver und linearer Abschreibung diskutiert. Wie sich Steuern zudem aktiv gestalten lassen, wird anhand von Ansparabschreibung und Rücklage beispielhaft geschildert. Auch die betriebswirtschaftlichen Maßgaben einer Praxisinvestition werden im Artikel erörtert. Unter der Prämisse, dass sich jede Investition, die der Leistungserweiterung einer Praxis dient, auch lohnen muss, werden hier Empfehlungen zur Renditekalkulation gegeben. Eine Beispielrechnung illustriert die Kalkulation einer Investition.

Abschließend werden Wege und Möglichkeiten genannt, wie ein Zahnarzt wirtschaftlich sinnvoll in seine Praxis investieren kann, um einem Investitionsstau vorzubeugen. Fragen zur Notwendigkeit bestimmter Investitionen werden hier ebenso beschrieben wie die Erstellung eines Investitionsplans.



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