zm-online
16.03.05 / 00:15
Heft 06/2005 Medizin
Rücken- und andere Muskelschmerzen

Wärmebehandlung ist effektiv und gut verträglich

Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet: 65 Prozent der Befragten geben an, im vergangenen Jahr an rund 90 Tagen unter Rückenproblemen gelitten zu haben. Gerade die Zahnärzte sind eine der am häufigsten von diesen Problemen betroffenen Berufsgruppen.



Warmhalten – das ist das A und O bei Rückenschmerzen. Ob es das wollene Unterhemd oder die neue Heizfolie ist, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Foto: EyeWire

Der Rückenschmerz hat erhebliche medizinische und auch soziale Folgen, wie Dr. Jan-Peter Jansen aus Berlin beim Deutschen Schmerztag in Frankfurt darlegte. Die Betroffenen nehmen eine Schonhaltung ein und reagieren mit Immobilisierung auf den Schmerz. Dieser wird als psychisch sehr belastend empfunden, die Arbeitsleistung ist stark eingeschränkt.

Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung

Sehr häufig lassen sich die Beschwerden aber nicht einer klar definierten Ursache zuordnen. Die Ursache liegt nach Jansen oft in muskulären Verspannungen und Beeinträchtigungen der beteiligten Nerven. Es kommt dann leicht zu einem Teufelskreis aus Muskelverkrampfung, dadurch bedingten Zellschädigungen und weiteren Schmerzen, die ihrerseits wieder Verspannungen hervorrufen können.

Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, und das muss nicht immer nur durch Analgetika geschehen. Auch eine Wärmetherapie kann gerade bei muskuloskeletalen Schmerzen hilfreich sein, wie Jansen in Frankfurt betonte. Denn die Wärmereize konkurrieren nach seinen Worten mit den Schmerzreizen und unter der Wärmebehandlung gelangen weniger Schmerzsignale bis ins Gehirn. Dadurch wird die reflexbedingte Muskelverkrampfung vermieden. Die Wärmetherapie fördert außerdem die Durchblutung im betroffenen Gewebe, bedingt eine Muskelentspannung und wird als angenehm empfunden. Auch solche Empfindungen können zur Schmerzlinderung beitragen.

Wärmebehandlung optimiert mit neuer Auflage

Dass die Wärmetherapie bislang nicht optimal genutzt wurde, kann nach seinen Worten auch mit den bisherigen Möglichkeiten zusammenhängen. Denn die klassischen Formen der Wärmebehandlung mit Umschlägen oder Bädern sind nicht nur umständlich, sondern sorgen auch für eine nur kurzfristige unregelmäßige Erwärmung der schmerzenden Körperregion.

Deutlich bessere Möglichkeiten verspricht eine neuartige Wärmeauflage, die unter dem Warenzeichen ThermaCare® jetzt in den Handel kommt. Die Auflage besteht aus flachen ovalen Wärmezellen, die von einer Membran mit Mikroporen umschlossen sind. In den Zellen befindet sich eine Mischung aus Eisenpulver, Wasser und Zuschlagsstoffen. Nach dem Öffnen der Verpackung gelangt Luftsauerstoff über die Poren in die Zellen und löst dort eine kontrollierte Oxidation aus, bei der Wärme abgegeben wird. Dabei regeln die abgestimmte Menge der beteiligten Stoffe und die definierte Porengröße sowohl die Dauer als auch die Intensität der Wärmeabgabe. Konkret kann dem schmerzenden Bereich für mindestens acht Stunden Wärme mit konstant 40 Grad Celsius zugeführt werden. Es wird somit nach Jansen eine lang anhaltende und tiefenwirksame Wärme entwickelt, die zielgerichtet zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden kann.

Mit der neuen Auflage können Schmerzsyndrome über den Rückenschmerz hinaus behandelt werden. Das System eignet sich nach Jansen auch zur Linderung von Nackenschmerzen, von Schmerzen an Schulter, Arm oder Bein sowie von Menstruationsbeschwerden.

Für die Behandlung mit der Auflage spricht nach Dr. Klaus Abendroth aus Jena auch die unkomplizierte Anwendung. Denn die Auflage kann unabhängig vom Aufenthaltsort – und somit bei Rückenschmerzen durchaus auch in der Praxis – getragen werden.

Christine Vetter
Merkenicher Straße 224
50735 Köln



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