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16.06.03 / 00:12
Heft 12/2003 Politik
20 Jahre LAGZ Bayern

Was Hänschen lernt, verlernt Hans nimmer mehr

Mit einem launigen Festakt, bei dem gleich zwei Staatsminister zu Gast waren, beging die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ) in München ihr 20-jähriges Bestehen. Doch das eigentliche Fest fand auf dem Marienplatz vor dem Rathaus statt – mit rund 1000 Schulkindern und Prophylaxe zum Anfassen.




Von der fröhlichen Stimmung anstecken ließen sich Christa Stewens, Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung und Eberhard Sinner, Staatsminister für Gesundheit und Verbraucherschutz, bei ihrem Rundgang über den Münchner Marienplatz. Dort tobten rund 1000 Schulkinder aus ganz Bayern über die LAGZ-Aktionsfläche, wetteiferten im Putzen von Riesenzähnen, experimentierten rund um den Zahn oder reinigten sich am Zahnputzbrunnen die Zähne, um sich dann im Zahnarztstuhl mit intra-oraler Kamera untersuchen zu lassen. Absolutes Highlight war das Aktionstheater rund um Don Dentaman, den Helden und Kämpfer gegen Karies, der aus luftiger Höhe rund um einen Riesenzahn agierte.

Drinnen, im Festsaal des alten Rathauses, feierte die LAGZ Geburtstag, in seriösem Rahmen zwar, aber immer wieder aufgelockert durch bunte Einlagen mit Kindergesang, Schattenspiel und Zauberkunst.

„Bayerns Schüler haben die gesündesten Zähne“, bescheinigten die beiden Minister. Die LAGZ gehe seit 20 Jahren den richtigen Weg und das mit großem Erfolg. Der Freistaat Bayern fördert die LAGZ-Aktionen „Löwenzahn“ in Schulen und „Seelöwe“ in Kindergärten, die die Kinder spielerisch mit regelmäßigen präventiven Zahnarztbesuchen vertraut machen (siehe dazu auch zm 9/2003, Seite 32 ff.) Ministerin Stewens hob die Bedeutung von Prävention und Eigenvorsorge hervor. Nicht zuletzt dem großen ehrenamtlichen Engagement der Zahnärzte sei es zu verdanken, dass die bayerischen Kinder in punkto Zahngesundheit bundesweit an der Spitze stünden. Prävention bedeute, so Stewens, zwar auch Kostensenkung, in erster Linie jedoch mehr Lebensqualität. Sie betonte die Bedeutung von Zahngesundheit im bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan, bei dem die präventive Gesundheitserziehung einen besonderen Raum einnimmt. Lob zollte sie der LAGZ, die durch ihr Engagement das interdisziplinäre Zusammenwirken vieler Berufs- und Gesellschaftsgruppen umsetze.

Beispielgebend

Man dürfe sich jedoch nicht auf den bisher geernteten Lorbeeren ausruhen, ergänzte Staatsminister Sinner und forderte noch mehr Aufmerksamkeit für die Prävention ein. Handlungsbedarf gebe es vor allem bei den sozial benachteiligten Kindern. Das Modell der LAGZ sei beispielgebend, da sich dort gezeigt habe, dass Zusammenarbeit und Vernetzung zu sichtbaren Erfolgen führen. Gesundheitsförderung von Kindern sei ein Modell, dass sich bei der Zahngesundheit als gelungen gezeigt habe, aber auch auf andere Bereiche großer Volkskrankheiten übertragen werden sollte. „Prävention lohnt sich“, so sein Resümee, denn „was Hänschen lernt, verlernt Hans nimmer mehr“.

Sichtlich stolz auf die Errungenschaften der LAGZ nahm der Vorsitzende, Dr. Klaus Lindhorst, die anerkennenden Worte der beiden Minister auf. „Prävention bedeutet Verhaltensänderung, das muss verankert werden“, erklärte er. Lindhorst betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Krankenkassen in der LAGZ und die stetige Konsensfindung auch in kritischen Fragen. Bei der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen habe sich das Prinzip der Freiwilligkeit bewährt, das letztlich zu Nachhaltigkeit in Verhaltensänderungen führe. Er hob die gigantische Arbeitsleistung und das persönliche Engagement aller an der Jugendzahnpflege Beteiligten hervor. „Bewegt wurde viel. Auch in den Praxen hat sich vieles geändert“. Für die Zukunft gebe es jedoch weitere Herausforderungen. Dazu gehöre es, Strategien für Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko zu erarbeiten, aber auch die interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Prävention weiter zu entwickeln.



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