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16.05.11 / 00:01
Heft 10/2011 Praxis
Homepage-Baukästen

Website Marke Eigenbau

Immer mehr Patienten recherchieren im Internet nach Zahnärzten. Eine Websiteerhöht die Chancen, gefunden zu werden, enorm. Für die eigene Homepagemüssen Praxischefs aber nicht unbedingt die Dienste eines Webdesigners inAnspruch nehmen. Der richtige Homepage-Baukasten verhilft ihnen zur Internetpräsenzin Eigenleistung.



Bei der Gestaltung der eigenen Praxis-Website ist vieles zu entscheiden – auch, welche Farbengenutzt werden. Foto: Corbis Premium RF F1online.de

Mit Homepage-Baukästen lassen sich kleine bis mittlere Website-Projekte realisieren, die ohne komplexe Seitenstrukturen auskommen. User brauchen dafür kein Expertenwissen. Wer sich gut mit MS Office auskennt, findet sich ohne Probleme zurecht.

Ihre einfache Bedienung macht die Baukästen zum perfekten Tool für Zahnärzte, die ihre Praxis einem breiten Publikum vorstellen möchten, ohne viel Aufwand betreiben zu wollen. Neben der Software zum Gestalten der Seiten liefern die Anbieter den nötigen Speicherplatz (Webspace) und die Domain (name.de) gleich mit. Ein Pluspunkt ist, wenn zum Paket eine passende E-Mail-Adresse gehört.

 Homepage-Softwares gibt es im Internet wie Sand am Meer, aber längst nicht jedes Angebot liefert eine gute Basis für professionelle Ergebnisse. Wählt man den falschen Baukasten, hat die Website schnell einen veralteten Look mit angestaubten, schlimmstenfalls geschmacklosen Designs. Marketingspezialist Robert Brandl kennt dieses Problem. Auf seiner Seite Website-ToolTester.com prüft er regelmäßig Homepage-Baukästen auf ihre Tauglichkeit und weiß, welche Produkte sich für Anfänger unter den Website-Bastlern eignen.

Spielend zum Ziel

Brandls Tipp: Spielen und Experimentieren vor dem Bauen einer Homepage sind ausdrücklich erlaubt – sogar notwendig. „Zahnärzte sollten sich verschiedene Anbieter ansehen und prüfen, ob sie gut mit dem Baukasten zurechtkommen. Es gibt zwar Testberichte, aber letzten Endes müssen sie selbst herausfinden, ob sie sich wohlfühlen oder verzweifeln“, erklärt er.

Einer der ersten Schritte: das Austesten der Designvorlagen (Templates). Baukästen bieten verschiedene Basislayouts, die User nach ihrem Geschmack anpassen können. Gefällt die Auswahl nicht, kann der Nutzer per Mausklick andere Designs anschauen. Hat die Praxis ein Logo, rät Brandl dem Zahnarzt, es in die Homepage zu integrieren und sich bei der Farbwahl daran zu orientieren.

Die Softwares liefern verschiedene Bausteine, mit deren Hilfe der Zahnarzt die Struktur der Website festlegen und Bausteine wie Text, Kontaktformular, Newsletter, Videos oder Bildergalerien anordnen kann. Mithilfe der Editor-Funktion kann man die Elemente mit Inhalten befüllen oder schon bestehenden Content aktualisieren.

Ist die Entscheidung für einen Baukasten gefallen, sollte man nicht spontan drauf los bauen. Hinsetzen, nachdenken, Konzept erstellen lauten die nächsten Schritte: Wie viele Ebenen soll die Website haben? Wie sieht die Navigationsstruktur aus? Welche Bilder und Texte werden gebraucht? Erst wenn die Struktur steht und alle Inhalte vorliegen, kann es losgehen. Eine Empfehlung von Brandl: Jemand anders sollte auf jeden Fall ein kritisches Feedback geben. So könne geprüft werden, ob die Homepage verständlich strukturiert, getextet und bebildert ist.

Thema Kosten: Fast alle Anbieter ermöglichen die kostenlose Nutzung ihrer Software. Dafür müssen User sich allerdings damit abfinden, dass Werbung auf ihrer Seite erscheint und dass ihr Domainname den Namen des Anbieters enthält. Also: zahnarzt-mustermann.anbieter.de statt zahnarzt-mustermann.de. „Das wirkt unprofessionell und nicht besonders seriös auf potenzielle Patienten“, warnt Brandl. Der Unternehmer Zahnarzt sollte sich deshalb immer für einen werbefreien Vertrag entscheiden und die dafür anfallenden fünf bis 20 Euro im Monat investieren.

Know-how nutzen

Wenig Aufwand und gute Ergebnisse garantiert Brandl mit folgenden Anbietern:

• Jimdo

Der britische Anbieter Jimdo operiert in Deutschland von Hamburg aus. Sofort nach der Anmeldung bekommen User ihre Grundhomepage und können mit dem Anpassen und Bearbeiten loslegen. Per Klick lassen sich aus einer Liste die Elemente auswählen, die auf der Homepage enthalten sein sollen. Es stehen 150 verschiedene Designs zur Verfügung, die Templates sind modern und sehen professionell aus. Zahnärzte mit Programmierkenntnissen können bei Jimdo auch eigene Layouts hochladen. Nützlich: Der Editor hat eine integrierte Bildbearbeitungsfunktion – das erspart Usern die Mühe, Fotos mit einer externen Software zu bearbeiten und sie dann hochzuladen. Auch Textelemente lassen sich sehr einfach mit einem word-ähnlichen Editor bearbeiten. In den Einstellungen kann die Suchmaschinenoptimierung (SEO) bearbeitet und Google Analytics – ein Webstatistikdienst, der anzeigt, wie viele Besucher die Homepage hatte – integriert werden. Eine Telefonhotline gibt es nicht, dafür aber einen guten deutschen E-Mail-Support und ein gut ausgebautes Onlinehilfesystem.

Zahnärzte, die sich als Experten auf ihrem Fachgebiet etablieren wollen, sollten über das Betreiben eines Blogs nachdenken. Jimdo bietet die Möglichkeit, einen Blog in die Homepage einzubauen.

Monatliche Kosten: Jimdo Pro für fünf Euro (inklusive Domain und E-Mail-Adresse, werbefrei); Jimdo Business für 15 Euro (zusätzliche Designs und Premium Support). Im Netz: www.de.jimdo.com

• Do-it-yourself-Homepage

Dieses Angebot von 1&1 ist auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten. Der Editor ähnelt dem von Jimdo, ist also auch einfach zu bedienen. Bequem: die branchenspezifischen Vorlagen. Bei der Anmeldung können Zahnärzte ihren Beruf angeben und bekommen Designs, die auf das Thema Zahnmedizin und Praxis zugeschnitten sind. Auf Wunsch werden sogar passende Textbausteine geliefert. Das erleichtert die Arbeit, erschwert es Praxisinhabern aber, sich von anderen Zahnärzten, die die gleichen Bausteine benutzen, abzusetzen. Auch Google kann Praxen so nicht voneinander unterscheiden, was die SEO erschwert. Ein Besucherstatistik-Tool ist enthalten. Vorteil: Es gibt keine Werbung auf der Seite. Ein Blog kann nicht integriert werden. Ein Telefonsupport mit deutscher Festnetznummer ist vorhanden.

Monatlich anfallende Kosten für Firmenseiten: 9,99 Euro.

Im Netz: www.1&1.info/Homepage-DIY Für alle Homepage-Baukästen gilt: Mit Designs von der Stange ist Individualität nur eingeschränkt zu haben. Zahnärzte, die eine einzigartige Homepage möchten, müssen selber programmieren oder ein Designbüro beauftragen. Tipp: Auf der Seite twago.de können Praxischefs Aufträge ausschreiben und sich Angebote von Experten machen lassen.

Susanne Theisen
Freie Journalistin in Köln
SusanneTheisen@gmx.net

INFO

Homepage von A bis Z

Welcher Anbieter? Welche Schritte?Welche Inhalte? Antworten auf alldiese Fragen liefert Robert Brandl inseinem eBook „Homepage-Erstellungfür absolute Beginner“. Der Link zumkostenlosen Download des 26-seitigenRatgebers:

• www.websitetooltester.com/ebooks/homepage-anleitung



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