sg
16.01.16 / 00:02
Heft 02/2016 Praxis
Private Geldanlage

Weniger Verluste durch mehr eigene Kompetenz

Haben Sie bei Ihrer privaten Vermögensplanung wirklich eine Strategie? Oder überlassen Sie das lieber den Spezialisten von der Bank? Wir geben Tipps, wie Sie das eigene Controlling Ihrer Anlagen verbessern können.



Wer seine privaten Geldanlagen persönlich überprüft, kann die einzelnen Teile seiner Vermögensplanung selbst zusammensetzen. fotogestoeber – Fotolia.com

Zur Erinnerung: Der kostenrespektive Ertragsdruck der Finanzbranche besteht nach wie vor, die Finanzkrise ist noch längst nicht vorüber. Dies bedeutet wiederum, dass die Banken nahezu jede sich bietende Möglichkeit nutzen werden, um ihre Ertragslage zu verbessern. In der Vergangenheit hat das nicht selten dazu geführt, dass Anlagegelder, die für die Altersabsicherung, für private oder für Praxiszwecke gedacht waren, von den Banken – gelinde gesagt – nicht immer kostenbewusst gemanagt wurden. Und die zudem mit höheren Belastungen belegt worden sind, als es im Einzelfall eigentlich erforderlich gewesen wäre. Dem Kunden in Rechnung gestellt wurden etwa Depotgebühren, An- und Verkaufsspesen, Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren – alles Beträge, die die Rendite der Anlage entsprechend verringern können.

Kontrollieren Sie Ihre Vermögensanlagen selbst?

Zwar ist man als Anleger nicht gänzlich vor derlei Zuschlägen gefeit. Dies entbindet Sie aber nicht davor, sich selbst einen Überblick zu verschaffen, wie sich Ihre Anlagenteile zusammensetzen – und mit welchen Auflagen und Konsequenzen. Wer also ein kostenbewusstes Controlling seiner privaten Vermögensanlage anstrebt, sollte sich die folgenden, konkreten Überlegungen durch den Kopf gehen lassen. Die Tipps erheben keinen Anspruch auf ein professionelles Vermögensmanagement, entsprechend umgesetzt bieten sie aber eine Möglichkeit, um erste Schritte zu einer persönlichen Anlagenüberprüfung zu leisten.

Tipp 1: Fordern Sie möglichst frühzeitig die jeweiligen Wertpapierdepotauszüge 2015 an.

Hierzu gehört eine Detailübersicht mit den in 2015 erzielten Gewinnen/Verlusten jedes einzelnen Wertpapiers sowie eine Aufteilung der einzelnen Risikoklassen etwa in Aktien, Anleihen oder Investmentfonds. Je nach Bank werden diese Auszüge oft erst nach einigen Wochen im neuen Jahr zur Verfügung gestellt. Die frühe Anforderung ermöglicht es aber erst, rechtzeitig die Weichen für weitere Anlagestrategien in 2016 zu stellen. Falls nötig, können Sie lukrative „Gewinnbringer“ hinzukaufen.

Da ein Investment in Aktien oder Anleihen immer an Ihre Spekulations- und Risikobereitschaft gebunden ist, ergibt sich durch eine derartige Übersicht ein zusätzlicher Effekt: So wird erkennbar, ob und in welchem Umfang die eigene Spekulationsbereitschaft in 2015 eingehalten wurde.

Tipp 2: Überprüfen Sie, ob Ihr Sicherheitsbedürfnis tatsächlich abgedeckt ist.

Aus der Beantwortung dieser Frage ergibt sich möglicherweise die Konsequenz, in 2016 Änderungen vorzunehmen.

Tipp 3: Stellen Sie alle Kosten der jeweiligen Kreditinstitute zusammen.

Dazu gehören schriftliche Vereinbarungen über Kontokosten, Depotgebühren, An- und Verkaufsspesen sowie Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds. Hinzu kommen gegebenenfalls gewinnabhängige Gebühren, die insbesondere bei Investmentfonds und Vermögensverwaltungen üblich sind. Mit einer solchen Übersicht verschaffen Sie sich einen Kosten-Überblick und können „Kostenfresser“ identifizieren. Sollten welche dabei sein: Sprechen Sie mit Ihrer Bank. Kein Institut verliert gern einen interessanten Kunden an ein anderes, wenn sich dies durch eine Anpassung der Kosten verhindern lässt.

Tipp 4: Checken Sie jene Wertpapiere, die durch Bankempfehlungen in 2015 oder vorher gekauft wurden.

Fassen Sie bisherige (Buch-) Gewinne oder Verluste der Papiere in einer Liste zusammen. Dadurch wird eine Einschätzung über die Qualität der Empfehlungen möglich. Bei (wiederholten) Ausreißern nach oben oder nach unten sollten Sie überlegen, ob ein Bankwechsel sinnvoll ist.



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