sg
16.11.11 / 00:04
Heft 22/2011 Praxis
Studierende

Werbungskosten korrekt ansetzen

Bereits 2009 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen für ein Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung als vorweggenommene Werbungskosten absetzbar sind. Das Finanzgericht (FG) Baden-Württemberg hatte über den Umfang und über die Voraussetzungen dieser Werbungskosten zu entscheiden.



Foto: MEV

Studierende

Im vorliegenden Fall ging es um die Berücksichtigung der Fahrtund Unterkunftskosten sowie um die Abzugsfähigkeit der Kosten eines Fahrraddiebstahls.

Dazu führte das Gericht aus: Die Kosten eines Studenten für die Wohnung am Studienort sowie für die Fahrten von der elterlichen Wohnung zu seiner Wohnung am Studienort beziehungsweise zur Hochschule sind als vorweggenommene Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung vorliegen. Diese liegen nicht vor, wenn der Student fortwährend das Zimmer in der Wohnung der Eltern nutzt und in den elterlichen Haushalt integriert ist, ohne dass er sich an den Kosten des Haushalts beteiligt oder die Haushaltsführung mitbestimmt. In dem Fall können die abzugsfähigen Aufwendungen nicht als Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgaben bis zu 4 000 Euro im Kalenderjahr berücksichtigt werden.

Ist der Diebstahl eines Fahrrads so gut wie ausschließlich beruflich bedingt, sind die verursachten Kosten als Werbungskosten zu berücksichtigen. Wird hingegen der Verlust eines Fahrrads wesentlich durch den Steuerpflichtigen privat veranlasst, ist ein Abzug der Aufwendungen nicht möglich. Deshalb dürfen die Aufwendungen nicht steuermindernd angesetzt werden, wenn der Diebstahl des Fahrrads eines Studenten aus dem Fahrradkeller der Privatwohnung erfolgt.

BFH
Urteil vom 18.06.2009
AZ: VI R 14/07

FG Nürtingen
Urteil von 16.12.2009
AZ: 1 K 3933/09

ZÄ Dr. Sigrid Olbertz, MBA
Mittelstr. 11a
45549 Sprockhövel-Haßlinghausen



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