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01.05.17 / 00:01
Heft 09/2017 Politik
BLZK und KZVB unter einer gemeinsamen Führung

Wie funktioniert das „Modell Bayern“?

Die zahnärztliche Welt blickt interessiert nach Bayern. Dort sind der Kammerpräsident Christian Berger und der Vizepräsident Dr. Rüdiger Schott seit dem 1. Januar 2017 auch KZVB-Vorsitzende. Das Ausüben von Ehrenamt und Hauptamt in Personalunion – wie geht das?




Interview mit ZA Christian Berger und Dr. Rüdiger Schott

Wie muss man sich Ihre Arbeit als Kammerpräsidenten und KZVB-Vorsitzende vorstellen? Reicht ein 8-Stunden-Tag für die vielfältigen Aufgaben aus? Oder anders gefragt: Lässt das Hauptamt in der KZVB noch Zeit für das Ehrenamt in der BLZK?
Dr. Rüdiger Schott: Die Aufgabe in der KZVB lässt sicher noch Spielraum für das Ehrenamt in der BLZK und dem ZBV. Ich bin es aus meiner Klinikzeit und aus meiner Praxis gewohnt, am Tag 12 bis 14 Stunden zu arbeiten.
Das mache ich jetzt auch hier in München. Seien Sie versichert, wir bekommen die Aufgaben durchaus unter einen Hut.
Christian Berger: Zahnärzte in eigener Praxis haben auch keine 35- oder 38-Stunden-Woche, sind das auch gar nicht gewohnt. Rüdiger Schott und ich haben jetzt einen neuen Hauptberuf als Angestellte der KZVB. Dennoch führen wir unsere Praxen in dem vom Gesetzgeber vorgesehenen Rahmen weiter, weil es uns wichtig ist, das Ohr eng am Patienten zu haben und an der viel beschworenen Basis. Das Ehrenamt in der BLZK bleibt wie es war. Aber so, wie wir beide die Woche über in München präsent sind, ziehen wir und auch beide Körperschaften Nutzen aus den neu entstehenden Synergien.

In Ihrem ersten Editorial als KZVB-Vorsitzende schreiben Sie beide im Bayerischen Zahnärzteblatt, dass Sie die Selbstverwaltung „vom Kopf auf die Füße“ stellen wollen. Was meinen Sie damit?
Berger:
Es war sicher so, dass zahnärztliche Selbstverwaltung in Bayern in den vergangenen Jahren auch im Ausleben von persönlichen Konflikten bestand. Und es gab eine Konkurrenzsituation zwischen Kammer und KZV, die weit zurück reicht. Damit muss Schluss sein. Wir wollen, dass sich die Selbstverwaltung wieder mit dem beschäftigt, was sie eigentlich tun sollte, nämlich den Zahnärztinnen und Zahnärzten draußen unter die Arme zu greifen, ihnen bei der Praxisführung behilflich zu sein, zu unterstützen, wo immer es geht. Und das geht nicht, so lange man interne Konflikte in der Standespolitik austrägt.

Welche Pläne gibt es für die Zusammenarbeit zwischen den Schwesterkörperschaften BLZK und KZVB, und was haben Sie bereits in Angriff genommen?
Schott:
Den Auftakt bildete eine Tagung für unsere Führungskräfte in Oberstaufen, wo alle Abteilungsleiter anwesend waren. Dort haben wir sowohl mit den Kammer- als auch mit den KZV-Mitarbeitern diskutiert und eruiert, wo es Schnittmengen gibt. Wir haben festgestellt: Es gibt sehr viele Schnittmengen, wobei die Vergangenheit ja leider geprägt war durch Sprachlosigkeit und Nichtkommunikation. Typische Beispiele für eine Zusammenarbeit sind die Fortbildung, die Praxisberatung, die Abrechnungsberatung, also KZV-seitig BEMA und kammerseitig GOZ. Gerade hier ist eine Zusammenarbeit besonders sinnvoll, weil viele Versorgungen für Patienten sowohl den GKV- als auch den privatzahnärztlichen Bereich betreffen.
Wir haben Schnittmengen auch in der berufspolitischen Bildung gefunden. Wir haben quer durch das ganze Programm festgestellt, dass es viele Schnittmengen gibt, die zu einer Zusammenarbeit führen können und die letztlich den Kolleginnen und Kollegen helfen werden. Unterm Strich können wir auch noch Geld sparen.



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