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16.11.15 / 00:04
Heft 22/2015 Titel
Deutscher Zahnärztetag

Wir gestalten unseren Beruf!

BZÄK, KZBV und DGZMK haben auf dem Festakt zum Deutschen Zahnärztetag in Hamburg das neue Leitbild der Zahnärzteschaft vorgestellt: als zukunftsweisendes Fundament, das Forschung, Versorgungsalltag und Berufspolitik vereint, als Versprechen für den Fortbestand des freien Zahnarztberufs – und als Orientierung für jeden einzelnen Zahnarzt.




Dies ist die Definition einer Mission, also ein Versprechen, das conditio sine qua non für den Fortbestand des freien Berufs Zahnarzt und Zahnärztin ist“, veranschaulichte DGZMK-Präsidentin Prof. Bärbel Kahl-Nieke die Beweggründe der drei zahnärztlichen Körperschaften, ein gemeinsames Leitbild zu entwickeln. „Unser Leitbild soll dem Erhalt und der Fortentwicklung unserer Profession und allen Zahnärzten als Leitplanke dienen.“ Dieses „relevante Papier für den Erhalt unseres Berufs“ ist Kahl-Nieke zufolge als Kompass für den Berufsstand wie auch für den einzelnen Zahnarzt unverzichtbar.

Für den Praktiker, weil er im Dienst des Patienten steht und dieses Selbstverständnis auch verinnerlichen muss. Für den Berufsstand, weil er gefordert ist, sich im Zuge dieser Standort- und Zielbestimmung an den Herausforderungen der Gesellschaft zu orientieren und in Reaktion darauf eigene Handlungskonzepte vorzulegen. „Das Leitbild dient der Fortentwicklung unserer Profession“, sagte sie.

Konkret bedeute das etwa für die DGZMK, dass sie aus den Leitlinien Patienteninformationen erstellt. Auch das umfassende Fortbildungsangebot der Akademie Praxis und Wissenschaft, der interdisziplinär aufgestellte Wissenschaftskongress zum Deutschen Zahnärztetag und das Zukunftssymposium von BZÄK und DGZMK für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte zielten darauf ab, den Berufsstand zu unterstützen und zukunftsfest zu machen.

Das Selbstverständnis leben

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel bekräftigte: „In unserem Leitbild bekennen wir drei Standesorganisationen uns zu den gemeinsamen Werten Freiberuflichkeit, Qualität, bestmögliche Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie zu einer dienenden Selbstverwaltung. Diese Werte müssen wir zukunftsfest machen.“ Auch die Kammern müssten sich zukunftsgerichtet neu aufstellen. Dazu gehöre ein modernes Selbstverständnis der Zahnärzteschaft, in dessen Mittelpunkt die Gemeinwohl-, die Patienten- und die Kollegenorientierung stehen.

Zur Qualitätsförderung zähle auch das von der BZÄK entwickelte Modellprojekt „Jeder Zahn zählt!“, bei dem sich Kollegen über unerwünschte Ereignisse austauschen können und das in Zusammenarbeit mit der KZBV weiterentwickelt werde. Dass die Zahnärzte ihre Verantwortung bewusst annehmen, hob auch der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer hervor: „Ausdruck dieser Haltung ist unser Anspruch und Auftrag, die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland zu gestalten mit dem Ziel, die Mundgesundheit der Bevölkerung zu verbessern.“

Eigene Konzepte vorlegen

Dass gleichwohl in Europa Tendenzen bestehen, genau diese Werte auszuhebeln, betonte Engel. Der Trend zur Substitution und die Änderung der Berufszugangs- regeln für reglementierte Berufe seien nur zwei – allerdings zentrale – Beispiele von vielen. Engel: „Die BZÄK betrachtet diese Entwicklungen mit Sorge!“ Um hier gegenzusteuern, müssten die Kammern die hohe Qualität zahnärztlichen Handelns sicherstellen. „Der äußere Druck auf die Freien Berufe und deren Selbstverwaltung nimmt immer mehr zu“, tadelte Engel. Dies sei zum Großteil dem Einfluss der EU geschuldet, weil die dort getroffenen gesundheits- und binnenmarktpolitischen Weichenstellungen erheblichen Einfluss auf die Zahnmedizin nähmen.



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