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16.11.15 / 00:03
Heft 22/2015 Der besondere Fall ohne CME
Aus der Praxis

Wurzelresorptionen nach Frontzahntrauma

Eine 32 Jahre alte Patientin mit unauffälliger allgemeiner Anamnese stellte sich mit dem Wunsch nach einer Füllungstherapie und Überkronung der Zähne 12 bis 22 in der Poliklinik vor.




Nach einer im Jahr 2000 durchgeführten Umstellungsosteotomie des Unterkiefers war die Mundöffnung nicht für längere Zeit ohne Schmerzen möglich. Der Hauszahnarzt überwies die Patientin daraufhin in die Universitätszahnklinik Mainz. Die Zähne 11 und 21 zeigten Lockerungsgrad 2, wobei 21 auf den Sensibilitätstest positiv reagierte. Aufgrund von gräulich-dunklen Verfärbungen bei 12, 11 und 22 entstand bei der Patientin der Wunsch nach einer ästhetischen Neuversorgung.

In der angefertigten Panoramaschichtaufnahme (Abbildung 1) sowie in den Einzelzahnaufnahmen (Abbildungen 2 und 3) sowie in der zur erweiterten Diagnostik angefertigten digitalen Volumentomografie (Abbildung 4) zeigt sich an 11 eine um das röntgenopake Wurzelfüllmaterial resorbierte Wurzel mit in Achsrichtung des Zahnes im Knochen verbliebenem radioopakem Wurzelfüllmaterial. An Zahn 21 stellt sich eine ebenfalls eine auf circa die Hälfte der Länge der klinischen Krone verkürzte Wurzel mit kontinuierlichem Parodontalspalt bei durchgängigem Wurzelkanal und weitem Pulpakavum dar.

Auf Nachfrage gab die Patientin an, ein im Grundschulalter stattgefundenes Frontzahntrauma erlitten zu haben. Der Patientin wurden daraufhin der radiologische und der klinische Befund sowie die entsprechenden Behandlungsoptionen der Zähne mitgeteilt. Die fragwürdige Prognose der Zähne 11 und 21 wurde ebenfalls erörtert, die im jetzigen Zustand langfristig keine prothetische Suprakonstruktion zulassen. Die Patientin ist zur weiteren Behandlung nicht mehr vorstellig geworden.



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