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16.12.07 / 00:13
Heft 24/2007 Politik
12. Europäisches Forum ZahnMedizin

Zahnarzt oder Hausarzt – das ist hier die Frage

Viele Patienten denken, ihr Zahnarzt sei nur für die Zähne da, dass er aber äufig auch die Funktion eines regelrechten Hausarztes wahrnimmt, ist selten einem Zahnarztbesucher bewusst. In vielen Fällen ist der Zahnmediziner der erste, dem eine Allgemeinerkrankung auffällt, weil sie sich an der Mundschleimhaut abzeichnet oder im Gesichtsbereich bemerkbar macht. Um hierfür den sicheren Diagnoseblick zu vertiefen, reisten 1 200 Zahnärztinnen und Zahnärzte nach Frankfurt, zum Hessischen Zahnärztetag.




Dr. Michael Frank, Landeszahnärztekammer Hessen, zeigte sich erfreut über die hohe Teilnehmerzahl der Zahnärzte und ihrer Teams und schloss daraus, dass die Wahl des Fortbildungsthemas, das sehr spannend und vielseitig gestaltet war, die Teilnehmer in die Hörsäle und Seminarräume gelockt habe. Weniger erfreut zeigte er sich angesichts der prospektiven Aussicht auf einen Basistarif. „Das ist nicht der richtige Weg!“, so Frank in seinen Begrüßungsworten. Der bevorstehenden Änderung der Gebührenordnung sieht er jedoch relativ gelassen entgegen: „Der Berufsstand war gut beraten , die BZÄK hat frühzeitig gehandelt, um die Weichen zu stellen!“ Lobend über das Fortbildungsthema zeigte sich auch Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer. „Das Thema ist brennend aktuell, wenn man die demografische Entwicklung betrachtet, denn eine dramatische Verschiebung der Altersgruppen steht vor der Tür. Der multimorbide, ältere Patient wird an der Tagesordnung sein! Weitkamp versprach ein Konzept, das derzeit programmatisch angegangen werde, um diesem Problem sicher begegnen zu können. Eine solche interaktive ZahnMedizin könne nur mit einem besonderen Fort- und Weiterbildungsprogramm umgesetzt werden, das derzeit mit einem hoch qualifizierten und eng verflochtenen Netz auf europäischem Standard in Planung und Vorbereitung sei, ohne die alten Strukturen zu verändern. Die Bundeszahnärztekammer, so Weitkamp, wird eine sichere Basis legen für ein modulares System, das mit dem europaweiten Punktesystem kompatibel ist. Die Umsetzung dieses Zieles geht, so der Präsident, nur in der Einheit der Berufspolitik mit der Wissenschaft: „Aber der Gleichschritt ist gefunden, beide marschieren gemeinsam, ohne ihre Identität dabei zu verlieren.“ Weitkamp zur geplanten Änderung der Gebührenordnung: „Wir setzten uns alle tagtäglich dafür ein, dass es nicht zur Überstülpung einer Gebührenordnung durch die Regierung kommt, indem wir alle immer wieder mit unseren Patienten darüber sprechen! Wir haben die HOZ ständig unter dem Arm!“

Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Dr. Georg Meyer, hat sich in seiner Amtszeit, die anlässlich des Deutschen Zahnärztetages zu Ende ging, sehr für die Integration der Medizin in die Zahnmedizin eingesetzt.

Die Zukunft des Vertragszahnarztes

Das ist ein Thema, das derzeit jeden niedergelassenen Zahnarzt interessiert. So beschäftigte sich der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Dr. Jürgen Fedderwitz (Foto r.) in einem Vortrag mit der Zukunftssicherheit und Zukunftsfähigkeit des Vertragszahnarztes. Seine Conclusio: Für eine sichere Zukunft braucht der Vertragszahnarzt vor allem eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung und ein hoch angesetztes, praxisindividuelles Qualitätsmanagement, das wiederum mit einem intakten dualen Honorarsystem abgesichert sein muss. Werden diese Voraussetzungen jedoch nicht erfüllt, so Fedderwitz, wird der Vertragszahnarzt in eine doch sehr eingeschränkte Zukunft blicken müssen. sp



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