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16.08.02 / 00:08
Heft 16/2002 Zahnmedizin
Interdentalraumprophylaxe

Zahnseide zur Fluoridapplikation

Die Auswahl des richtigen Hilfsmittels zur Reinigung der Interdentalräume ist für den jeweiligen Benutzer abhängig von dessen manuellen Fähigkeiten, der individuellen Ausprägung der Zahnzwischenräume und der für die Zahnzwischenraumreinigung vorgesehenen Zeit. Häufig ist eine Kombination verschiedener Methoden und Hilfsmittel der effektivste Weg zur Zahnzwischenraumreinigung.




Eine wesentliche Voraussetzung, um die Zahnzwischenraumreinigung einfach und effektiv zu gestalten, sind geeignete Interdentalprodukte. Hier kommen Zahnhölzer, Zahnseide und Interdentalbürsten in Frage. Damit die kritischen Zahnflächen auch im Interdentalraum optimal gegen Karies geschützt werden, wurde jetzt Zahnseide mit dem wirksamen Aminfluorid getränkt, das während des „Fädelns“ an den Zahnschmelz abgegeben wird, wie anlässlich einer Pressekonferenz der Firma Gaba von Dr. Beate Helling berichtet wurde. Hiervon profitieren insbesondere die Zahnflächen in der Tiefe des Interdentalraums, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden. Die spezielle Molekülstruktur des Aminfluorids sorgt für eine schnelle Verteilung. Durch die Bildung einer stabilen Kalziumfluorid- Deckschicht und die erhöhte Fluoridaufnahme in den Zahnschmelz ergibt sich eine überlegene Säureresistenz des Zahnschmelzes. Aminfluorid vermindert zudem die Säureproduktion der Plaquebakterien und hilft den Zahnschmelz zu remineralisieren.

Effizienz bestätigt

In einer In-vivo-Studie wurde die Fluoridfreisetzung aus aminfluorid- und natriumfluoridhaltiger Zahnseide sowie aus aminfluoridhaltigen Zahnhölzern im Interdentalraum von Särner et al. untersucht. Dazu verwendeten sechs Probanden jeweils 20 Zentimeter Zahnseide für etwa eine Minute in zwei Interdentalräumen unterschiedlicher Zahnareale. Jeweils benachbarte Interdentalräume dienten als Kontrolle. Um die Fluoridkonzentration im Interdentalraum zu ermitteln, wurden Speichelproben mit einer dreieckigen Papierspitze entnommen und auf Fluorid analysiert. Die Versuche mit den Zahnhölzern wurden analog durchgeführt. Beide getesteten Zahnseiden setzen Fluorid im Interdentalraum frei. Die elmex Testzahnseide setzte mit 195,5 ppm F etwa doppelt soviel Fluorid frei wie die Vergleichszahnseide (93,1 ppm F). Im unbehandelten, angrenzenden Interdentalraum wurde eine leicht erhöhte Fluoridkonzentration gemessen. Auch für die elmex Testzahnhölzer konnte gezeigt werden, dass das Aminfluorid wirkungsvoll aus dem Birkenholz freigesetzt wird (54 ppm F). Hier wurde im benachbarten, unbehandelten Interdentalraum eine leicht erhöhte Fluoridkonzentration gemessen.   

In einer In-situ-Studie von Särner et al. wurde der Effekt der neuen Zahnseiden auf die Remineralisation von demineralisiertem Zahnschmelz sowie auf die Zusammensetzung der Plaquebakterien untersucht. Schmelz- und Dentinplättchen wurden demineralisiert und in eine Prothese montiert, so dass sie einen künstlichen Interdentalraum bildeten. 14 Probanden mit solchen Prothesen reinigten jeweils vier Wochen lang dreimal täglich den künstlichen Interdentalraum mit einem Testprodukt. Nach einer kurzen Unterbrechungsphase wendeten die Probanden jeweils das nächste Produkt an. So wurden die elmex Testzahnseiden mit einer nicht fluoridierten Zahnseide und einer Kontrolle ohne Zahnzwischenraumreinigung verglichen. Die Prothesen wurden mit Ausnahme der künstlichen Interdentalräume täglich mit einer fluoridfreien Zahnpasta gereinigt. Diese Untersuchung wurde mit den Testzahnhölzern analog durchgeführt. Relativ zum Ausgangswert (Mineralverlust 3558 Vol% x μm) und zur Kontrolle (Mineralverlust 5785 Vol% x μm) führten beide Zahnseiden zu einer Remineralisation der Schmelz- und Dentinplättchen (Zahlen in Klammern geben die Werte für die Dentinplättchen an), wobei die elmex Testzahnseide (Mineralverlust 1128 Vol% x μm) im Vergleich zur nichtfluoridierten Zahnseide (Mineralverlust 1599 Vol% x μm) eine Tendenz für effektivere Remineralisation zeigte. Bei beiden Testprodukten wurden veschiedene Mikroorganismen in der Anzahl und die Gesamtmenge in der interdentalen Plaque gegenüber der Kontrolle deutlich reduziert. Der stärkste Rückgang wurde mit der elmex Testzahnseide erreicht. Er ist auf den Aminfluoridgehalt des Produkts zurückzuführen. Für Mutans-Streptokokken, der bekanntesten mit Karies assoziierten Mikroorganismengruppe, ergab sich für das getestete Produkt eine Reduktion um 25 Prozent gegenüber dem Kontrollwert. Für die nicht fluoridierte Zahnseide reduzierte sich die Menge der Streptokokken lediglich um acht Prozent.

Auch für Testzahnhölzer konnte gezeigt werden, dass die Schmelz- und Dentinplättchen bei regelmäßiger Benutzung wirkungsvoll remineralisiert wurden. Die Anzahl der Mikroorganismen in der Plaque wurde um 37 Prozent gegenüber dem Kontrollwert deutlich verringert.



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