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16.03.15 / 00:02
Heft 06/2015 Zahnmedizin
Der besondere Fall mit CME

Zentrale Riesenzellläsion des Unterkiefers


CME-Fortbildung

Eine 15-jährige, ansonsten gesunde Patientin wurde zur weiteren Abklärung einer vor vier Wochen erstmalig aufgefallenen Raumforderung im Unterkieferfrontzahnbereich mit leichtem Taubheitsgefühl der Lippe links vorgestellt.




Eine 15-jährige, ansonsten gesunde Patientin wurde zur weiteren Abklärung einer vor vier Wochen erstmalig aufgefallenen Raumforderung im Unterkieferfrontzahnbereich mit leichtem Taubheitsgefühl der Lippe links vorgestellt. Klinisch präsentierte sich die junge Patientin mit einer asymmetrischen Auftreibung im Bereich der linken Kinn- partie sowie enoral mit einer nicht schmerzhaften, prominenten Raumforderung von regio 31 bis 34, die livide unter der Schleimhaut durchschimmerte (Abbildung 1). Die in diesem Bereich stehenden Zähne 31 bis 34 waren hochgradig gelockert und vitalitätspositiv. In der alio loco durchgeführten Panoramaschichtaufnahme präsentiert sich eine homogene, scharfe Osteolyse von regio 42 bis 34 mit zartem Sklerosesaum (Abbildung 2). In der Schichtbildgebung mittels Computer- tomografie und 3-D-Rekonstruktion sind die scharf abzugrenzende, ausgedehnte Osteolyse mit Auftreibung des Unterkiefers und teilweiser Perforation der Kortikalis sowie die Verdrängung der im Befund stehenden Zahnwurzeln nach vestibulär deutlich nachvollziehbar (Abbildung 3).

Über eine marginale Schnittführung wurde der Befund dargestellt und der rötlich-livide Tumor wurde mit bindegewebiger Konsistenz komplett auskürretiert (Abbildung 4). Die histologische Aufbereitung ergab ein spindelzellreiches, mesenchymales Proliferat mit neu gebildeten Knochenbälkchen, an denen Osteoblasten angelagert waren, sowie reichlich osteoblastäre Riesenzellen (Abbildung 5). Die Zähne 31 und 32 konnten nicht gehalten werden, die anderen im Befund stehenden Zähne wurden mittels einer Titan-Trauma-Schiene versorgt (Abbildung 6a). Unter Zusammenschau der klinischen Befunde mit laborchemischem Ausschluss eines braunen Tumors konnte die Diagnose einer zentralen Riesenzellläsion gestellt werden. Im Folgezeitraum mussten die Zähne 33, 41 und 42 wurzelkanalbehandelt werden. Es zeigte sich nach neun Monaten eine gute knöcherne Konsolidierung des Befunds (Abbildung 6b). Die Patientin befindet sich momentan in kieferorthopädischer Anschlussbehandlung zum Versuch eines kieferorthopädischen Lückenschlusses.



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Kommentare

Leserkommentare (1)

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Zahnärztliche Mitteilungen Redaktion
19.03.15 / 13:41
Erratum:

Im Beitrag: "Der besondere Fall mit CME: Zentrale Riesenzellläsion des Unterkiefers", veröffentlicht in den zm 6/2015 auf S. 44-48 ist ein Fehler unterlaufen: Im Artikel heißt es: Die Zähne 31 und 32 konnten nicht gehalten werden" und "im Folgezeitraum mussten die Zähne 33, 41 und 42 wurzelkanalbehandelt werden."
Richtig ist: "Die Zähne 33 und 34 wurden entfernt" und "die Zähne 31, 32 und 35 wurden wurzelkanalbehandelt."

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