zm-online
16.04.03 / 00:13
Heft 08/2003 Praxis
CeBIT 2003 – ein Rückblick

Zurück in der Gegenwart

Dass die Computermesse CeBIT alljährlich nicht nur die Blicke der Branche auf sich zieht ist nichts Neues. Dieses Jahr wurde sehr genau beobachtet, wie es der erfolgsverwöhnte Branchenprimus mit der derzeitigen wirtschaftlichen Lage hält. Für die Aussage: „Es ist CeBIT und keiner geht hin“ wäre man vor noch nicht allzu langer Zeit allenfalls milde belächelt worden. Die Erwartungen an die Besucher waren aber dieses Jahr schon vor der Messe zurückgeschraubt worden.




Zehn Prozent Besucher weniger – damit wäre man zufrieden gewesen. Nicht unbedingt förderlich war, dass die Messe in der Vergangenheit gerne als Plattform für die großspurige Ankündigung von Neuerscheinungen, die es nie zur Serienreife gebracht hatten, herhalten musste. Aber das ist ein Problem der Branche und nicht der Messe. Aber etwas mehr Bescheidenheit im Auftritt ist der Glaubwürdigkeit sicherlich nicht abträglich.

Nichtsdestotrotz waren mit der diesjährigen Messe große Hoffnungen verbunden. Endlich ein Zugpferd, das die Branche aus der Talsohle zieht. Die Hoffnung war zumindest nicht unbegründet. Sabine Sienel von Toshiba bescheinigt den Unternehmen ordentlich „Dampf“. Die Produktionszyklen etwa von Notebooks werden immer kürzer. Kaum ein Monat, in dem keine Neuerscheinungen zu bewundern sind.

Es waren deshalb auch nicht die spektakulären Neuerscheinungen, die das Feld beherrschten, es waren vielmehr eine unendliche Vielzahl von Neuheiten, die den Markt stimulieren sollen.

Notebook vs. Desktop

Eines der großen drei Themen waren zweifellos die Notebooks. Die Tragbaren nähern sich preislich wie auch von der Ausstattung den großen Desktop PCs und treten an, diese zu ersetzen. Vor allem ein neuer Prozessortyp namens Centrino soll dafür sorgen, dass die kleinen Handlinge bis zu sieben Stunden ohne Steckdose auskommen. Dank guter Leistung bei gleichzeitig immer kompakterer Bauweise dringt der kleine Rechner immer mehr in unseren Alltag vor. Der Nachteil für den Verbraucher ist der Vorteil für die Industrie. Eine Auf- oder Nachrüstung ist nur schwerlich möglich, weshalb das Gerät dann meist komplett ausgetauscht werden.

Zu sehen war auch, dass die so genannten Tabletts – Notebooks mit berührungsempfindlicher Oberfläche – stark im Kommen sind. Die Maus wird überflüssig. Man kann etwa mittels Stift auf dem Bildschirm direkt die Symbole anklicken oder gar den Bildschirm abklappen und als Notizblock verwenden. Denkbar ist zukünftig auch ein Einsatz in der zahnärztlichen Praxis. Diesen Anforderungen kommt auch das neue Microsoft Office – im Sommer unter dem Namen Office 2003 auf den Markt – entgegen. Es beinhaltet zahlreiche neue Funktionen, die auch handgeschriebene von Notizen weiterverarbeiten können.

Tausend Gramm Gewicht sind für tragbare PCs keine Seltenheit mehr und so macht sich das Notebook immer mehr zu einem unverzichtbaren Begleiter – Suchtfaktor inbegriffen – nicht nur bei Mailoder Kommunikationsjunkies. Diese Entwicklung passt natürlich auch hervorragend zu dem Trend, das Internet überall verfügbar zu machen. So genannte Access Points oder Hot Spots verbreiten sich derzeit in Windeseile; man muss in ihrem Empfangsbereich nur noch den Deckel des Notebooks aufklappen und schon kann man das Internet nutzen.

Drahtlos übertragen

Dank eingebauter Wireless Lan Module erkennt der Internet Browser, wenn der Anwender online ist. Die drahtlose Übertragungstechnik Wireless Lan war das zweite wichtige Thema auf der diesjährigen Veranstaltung. Zwar ähnlich vom Prinzip, aber dennoch nicht zu verwechseln mit Blue Tooth, das immer noch auf seine Praxisreife wartet.

Eine ebenso preiswerte Alternative ist, das Netzwerk einfach über die Steckdose zu leiten. Dazu hat die Aachener Firma devolo ein Angebot parat. Nun wird Bill Gates’ Vision von der kompletten Vernetzung des Haushaltes immer mehr zur Realität. Die entscheidende Frage wird möglicherweise sein, ob der Kühlschrank die fehlenden Lebensmittel nach eigenem Gusto ordert, oder ob sein Eigentümer noch ein Wörtchen mitreden darf.

Tobias Bauer
Hauptstr. 42
78224 Singen



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