sf
01.11.15 / 00:02
Heft 21/2015 Praxis
Zahnmedizin und Zahntechnik

Zwei verschiedene Leistungsgebiete

Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung haben das gemeinsame Werk "Zahnmedizin und Zahntechnik – Rechtsgrundlagen und Hinweise für die Zahnarztpraxis“ als Online-Ausgabe veröffentlicht. Die Inhalte werden hier in sieben Teilen dargestellt. Dieser Teil skizziert die Grenze zwischen den Leistungsgebieten von Zahnarzt und Zahntechniker.



Der Zahntechniker ist nach dem Zahnheilkundegesetz weder befugt noch berechtigt, Zahnheilkunde selbst auszuüben. Dl Herrmann

Wer in Deutschland die Zahnheilkunde dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach Maßgabe des Gesetzes über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG). Die Approbation berechtigt zur Führung der Bezeichnung als „Zahnarzt“ oder „Zahnärztin“. Die vorübergehende Ausübung der Zahnheilkunde bedarf einer jederzeit widerruflichen Erlaubnis. Nach § 1 Absatz 3 ZHG ist zudem unter der Ausübung der Zahnheilkunde die berufsmäßige, auf zahnärztlich-wissenschaftlichen Erkenntnissen gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten zu verstehen. Als Krankheit ist dabei jede von der Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen.

Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer die Zahnheilkunde ausübt, ohne eine Approbation oder Erlaubnis als Zahnarzt zu besitzen oder ohne nach § 1 Abs. 2, § 14 oder § 19 ZHG zur Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt zu sein. Das Erfordernis der Approbation für die Ausübung der Zahnheilkunde wird demnach als so wichtig erachtet, dass der Gesetzgeber eine Ausübung der Zahnheilkunde ohne Approbation grundsätzlich für strafbar erachtet. Dies ist richtig, denn zum einen ist die Ausübung der Zahnheilkunde an einen hohen Ausbildungsstandard gebunden, zum anderen wird so sichergestellt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient und damit der Patientenschutz in den Vordergrund gestellt ist. Des Weiteren schreibt das ZHG vor, welche Arten von zahnärztlichen Leistungen an welche Personen delegierbar sind.



Mehr zum Thema


Anzeige
Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können