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19.01.16 / 13:22
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Mexiko: Hilft die Limosteuer gegen Kilos?

Mexikaner zählen zu den übergewichtigsten Menschen der Welt. Um dem entgegenzuwirken wurde eine Sondersteuer auf Softdrinks eingeführt. Was sie bringt, haben britische Forscher untersucht.



Die im Januar 2014 eingeführte Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke in Mexiko wirkt offenbar: Die Mexikaner kauften pro Jahr und Kopf 4,2 Liter weniger Softdrinks. Africa Studio-Fotolia

In Mexiko ist ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre übergewichtig, bei den Erwachsenen sind es 70 Prozent. Ein Grund dafür: der Limonadenkonsum. Durchschnittlich trinkt jeder Mexikaner 163 Liter Softdrinks jährlich. Die mexikanische Regierung ist bemüht, die Fettleibigkeit der Bevölkerung einzugrenzen. Im Januar 2014 trat deshalb ein neues Gesetz in Kraft, welches Werbung für ungesundes Essen im Kinderfernsehen verbietet, die Steuer für kalorienreiche Lebensmittel um acht Prozent anhob und für Softdrinks eine Sonder­steuer von einem Peso (rund fünf Cent) pro Liter vorsieht.

163 Liter Limo pro Jahr

Forscher der University of North Carolina und des mexikanischen National Institute of Public Health untersuchten, welchen Effekt diese Steuer auf den Konsum der Softdrinks hatte. Insgesamt wurden  6.253 Haushalte mit 205.112 Einwohnern in 53 großen Städten unter die Lupe genommen. Von Januar 2012 bis Dezember 2014 wurde ihr Konsum dokumentiert. Die Forscher berücksichtigen hierbei auch makroökonomische Faktoren und Trends im Konsumverhalten der Softdrinks.

Ein Jahr nach Einführung der Steuer war der Verkauf von Softdrinks um zwölf Prozent gesunken. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Mexikaner 4,2 Liter weniger zuckerhaltige Getränke kaufte als vor Einführung der Steuer. Stattdessen kaufte er etwa vier Prozent mehr Getränke ohne Sondersteuer. Das entspricht einem Anstieg von 12,8 Litern pro Einwohner.

Die Schwächen der Studie: Zum einem lag der Fokus der Untersuchung auf der Stadtbevölkerung und zum anderen blieben Milchgetränke unberücksichtigt. Zudem könne man keinen Rückschluss auf Ursache und Wirkung ziehen, räumten die Forscher ein.

Die Studie wurde am 6. Januar 2016 im British Medical Journal veröffentlicht.



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