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08.12.15 / 11:58
Studie

5 Fakten über die Zähne der Deutschen

Im neuen Gesundheitsbericht des Bundes ziehen die Autoren zum Thema Mundgesundheit eine positive Bilanz: Immer weniger Menschen haben Karies, immer mehr kümmern sich um ihre Zähne. Ein paar Baustellen bleiben trotzdem.



Wesentliche Ursache für den Kariesrückgang ist auch ein besseres Vorsorgeverhalten, schreiben die Autoren des Gesundheitsberichts. alexmat46 - Fotolia

Die Autoren bilanzieren, dass sich die Karieshäufigkeit in fast allen Altersgruppen deutlich verringert hat. Bei Erwachsenen und älteren Menschen ist erstmals ein Rückgang zu verzeichnen. Besonders deutlich ist die Verbesserung der Zahngesundheit im Kindesalter - allerdings gibt eine Stagnation bei der frühkindlichen Karies Anlass zur Sorge.

Zähneputzen, Vorsorge und Fluorid

Wesentliche Ursache für die insgesamt verringerte Karieshäufigkeit ist ein besseres Vorsorgeverhalten, das unter anderem mit regelmäßigem Zähneputzen, der Inanspruchnahme der zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen und der kariespräventiven Fluoridanwendung (Zahnpasten) einhergeht.

Wenige Kinder mit viel Karies

Allerdings gibt es Unterschiede bei der Prävalenz von Zahnkaries in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So haben beispielsweise Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus viel häufiger Karies. Insgesamt hat sich seit 1997 die Polarisierung bei der Zahngesundheit noch verstärkt, so dass ein zunehmend kleiner Teil der Kinder und Jugendlichen einen Großteil der Karieserfahrung ihrer Altersgruppe auf sich vereint.

Der Zahn bleibt - Parodontitis kommt

Die Autoren berichten auch, dass die Menschen in Deutschland ihre eigenen Zähne immer länger behalten und damit an Lebensqualität gewinnen. Mit dem Rückgang von Zahnverlust und Zahnlosigkeit aufgrund von Karies ist jedoch ein Anstieg von Parodontalerkrankungen verknüpft: Mit dem Alter wächst bei erhaltenen Zähnen das Risiko für Erkrankungen des Zahnhalteapparats. Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht und ein niedriger Bildungsstand.

Insgesamt hat sich die Zahngesundheit in Deutschland aufgrund erfolgreicher Prävention und guter zahnärztlicher Versorgung seit Ende der 1990er Jahre deutlich verbessert. Um diese Erfolge für die Zukunft zu sichern, sind dem Bericht zufolge Anstrengungen mit einem Fokus auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen notwendig.

Wichtige zukünftige Handlungsfelder liegen demnach im Bereich der Prävention der frühkindlichen Karies und Milchzahnkaries sowie der Parodontalerkrankungen. Dabei sind die frühzeitige Diagnose, eine zielgerichtete Therapie sowie eine konsequente Nachsorge der Parodontitis von Bedeutung.

Der Teil zur Mundgesundheit aus dem Bericht "Gesundheit in Deutschland" basiert auf Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudien des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) und den Erhebungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) und kann als PDF hier heruntergeladen werden.


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