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21.02.17 / 17:10
Studie

Der perfekte Frauenmund

US-Forscher glauben, sie hätten die Formel für den perfekten Frauenmund gefunden. Dieser Mund ist etwa um die Hälfte größer als das Original. Aber was bei Julia Roberts gut aussieht, wirkt hier wie aufgepumpt.




Welche Lippenmaße sind bei weißen Frauen am attraktivsten? Die Forscherteam der University of California (Irvine) zeigten ihren knapp 580 Probanden 100 Fotos von verschiedenen Frauen mit am Computer veränderten Mündern und ließen sie die attraktivsten Lippenformen auswählen.

Der perfekte Mund: 50 Prozent größer als das Original

Die Chirurgen um Natalie Popenko kommen am Ende zu folgendem Ergebnis: Gesichter mit Mündern, deren Unterlippe doppelt so groß ist wie die Oberlippe werden als besonders schön eingestuft. Umgekehrt gilt das Verhältnis von 2:1 als am unattraktivsten. Konkret ist der perfekte Mund etwa um die Hälfte (53,5 Prozent) größer als das Original und nimmt flächenmäßig knapp ein Zehntel  (9,6 Prozent) des unteren Gesichtsdrittels ein.

Die mehrstufige Arbeit der Mediziner basiert auf 20 Originalbildern weißer Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren zugrunde. In die Gesichter wurden deren Münder in fünf verschiedenen Größen projiziert - von deutlich verkleinert bis auf 250 Prozent vergrößert. In einer zweiten Runde wurden bei den beliebtesten 15 Gesichtern je vier Variationen des Verhältnisses von Ober- zu Unterlippe getestet. Abschließend setzte man bei den Favoriten die Größe der Münder ins Verhältnis zum unteren Gesichtsdrittel und berechnete die Maße.

Eine Vorlage für die Schönheitschirurgie

Diese Methode erlaube der ästhetischen Chirurgie mit Blick auf insgesamt harmonische Gesichtsproportionen die attraktivsten Lippen zu bestimmen, schreiben die Forscher. "Ästhetische Lippenproportionen und ihre Wirkung sind schlecht definiert. Etablierte Leitlinien würden den Praktikern bei der Erreichung optimaler ästhetischer Ergebnisse während der kosmetischen Augmentation helfen. Die Lippendimensionen und -verhältnisse dieser Studie könnten als Richtlinie dienen.“

Die Konsumentennachfrage habe zu einer zunehmenden Literatur geführt und versucht, ein einheitliches Maß für die Beurteilung der Lippenfülle zu quantifizieren, schreibt die Gesichtschirurgin Catherine Winslow, Indiana University, Indianapolis, in einem zu der Studie publizierten Gastkommentar. "Unsere Fähigkeit, die periorale Region zu konturieren und zu definieren, hat zur steigenden Nachfrage einer immer jüngeren Bevölkerung geführt, die nicht nur die Verjüngung, sondern auch die Neugestaltung der natürlichen Anatomie sucht. Angefacht von dem Wunsch wie Berühmtheiten auszusehen sowie den Social-Media-Diskussionen werden heute routinemäßig Anfragen für Injektionen gestellt, mit dem Wunsch nach Lippen berühmter Celebrities."

Winslow zieht drei Schlüsse aus der Arbeit. „Erstens, es gibt so etwas wie ein ‚Zuviel‘, wenn es um Lippenfüller geht. Zweitens, Proportionen und Lippenverhältnis müssen berücksichtigt werden. Drittens, es gilt die Balance der Lippenregion zu erhalten.“

Natalie A. Popenko, MS1,2; Prem B. Tripathi, MD, MPH1,2; Zlatko Devcic, MD1,2; et alKoohyar Karimi, DDS1,2; Kathryn Osann, PhD, MPH1,2; Brian J. F. Wong, MD, PhD1,2, A Quantitative Approach to Determining the Ideal Female Lip Aesthetic and Its Effect on Facial Attractiveness, JAMA Facial Plast Surg. Published online February 16, 2017. doi:10.1001/jamafacial.2016.2049

Catherine P. Winslow, MD1,2, Defining the Perfect Mouth, Invited Commentary, JAMA Facial Plast Surg. Published online February 16, 2017. doi:10.1001/jamafacial.2016.2263


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