sf/pm
03.04.17 / 15:56
Studie

Mona Lisas Lächeln ist echt!

Als wesentlicher Grund für die enorme Anziehungskraft der „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci galt lange ihr vermeintlich mehrdeutiger Gesichtsausdruck. Freiburger Forscher widerlegen diese These.



goodwin_x - Fotolia

Fröhlich oder traurig? Freiburger Wissenschaftler jetzt herausgefunden, dass Versuchspersonen die Mona Lisa in fast 100 Prozent der Fälle als fröhlich wahrnehmen.

Sie stellten außerdem fest, dass die emotionale Einschätzung der Bilder davon abhängt, welche weiteren Bild-Varianten bisher gezeigt wurden.

In ihrer Studie präsentierten die Forscher den Probanden das Original-Gemälde und acht Bild-Varianten, auf denen die Mundwinkel der Mona Lisa nach unten oder nach oben verschoben wurden und dadurch ein traurigerer oder fröhlicherer Gesichtsausdruck entstand. Die Studie ist jetzt im Journal Scientific Reports erschienen. Fröhliche GEsichter erkanneten die Prbanden dabei eher als traurige.

Traurig ist nicht immer gleich traurig

In einem zweiten Experiment behielten die Forscher die Variante mit der geringsten Mund-Krümmung als traurigste Variante bei. Sie präsentierten dann das Mona Lisa-Original als fröhlichste Variante sowie sieben Zwischenvarianten, wobei drei davon schon im ersten Experiment gezeigt worden waren. Mit Erstaunen stellten die Forscher fest, dass die Probanden nun jene Bildvarianten, die schon im ersten Experiment gezeigt worden waren, tendenziell als trauriger wahrnahmen. Die Daten zeigten, dass die menschliche Wahrnehmung, etwa ob ein Gesicht traurig oder fröhlich ist, nicht absolut ist, sondern sich erstaunlich schnell an die Umwelt anpasst.

Die Studie ist Teil eines größeren Projekts am Universitätsklinikum Freiburg, in dem Wahrnehmungsprozesse erforscht werden. „Mit unseren Sinnen können wir nur einen sehr eingeschränkten Teil der Information aus unserer Umwelt aufnehmen, beispielsweise weil ein Objekt teilweise verdeckt oder schlecht beleuchtet ist“, erläutert PD Dr. Jürgen Kornmeier, Leiter der Freiburger Forschungsgruppe Wahrnehmung und Kognition.

„Das Gehirn muss dann aus den unvollständigen und oft mehrdeutigen Informationen ein Bild der Welt konstruieren, das der Realität am nächsten kommt“. Wie diese Konstruktionsprozesse bei Gesunden ablaufen und ob sie bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, etwa mit Wahnvorstellungen, verändert sind, untersuchen die Freiburger Forscher.

Mona Lisa is always happy – and only sometimes sad DOI: 10.1038/srep43511

Das in Italien als "La Gioconda" (zu Deutsch "die Heitere") bekannte Ölgemälde von Leonardo da Vinci aus der Hochphase der italienischen Renaissance Anfang des 16. Jahrhunderts wurde vermutlich nach der Florentinerin Lisa del Giocondo benannt. Der unter anderem in Deutschland gebräuchliche Titel Mona Lisa beruht auf einem Rechtschreibfehler. Mona leitet sich von der italienischen Kurzform Monna (für Madonna ‚Frau‘) ab, und ist demnach also kein Vorname, sondern der Titel, mit dem Lisa als Ehefrau (madonna) von Francesco del Giocondo angeredet wurde. Ihr geheimnisvolles Lächeln hat schon Millionen Betrachter irritiert. Während einige Untersuchungen auf eine Fazialislähmung als mögliche Ursache hinweisen, stellt Borkowski 1992 fest, dass Menschen zuweilen ähnlich lächeln, wenn sie ihre Schneidezähne verloren haben. (Wikipedia)

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag Mona Lisa hatte nichts zu lachen


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