ck/pm
08.04.14 / 13:11
Umfrage

Jugend trinkt

Etwa 17 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren betrinken sich mindestens einmal im Monat. Zu dem Ergebnis kommt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die ihren Survey "Der Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsener in Deutschland 2012" vorstellte.



30 Prozent der Teenies trinken keinen Alkohol, 30 Prozent dafür einmal die Woche. Beim Hardcore-Trinken ist leider noch keine Trendwende sichtbar. DAK Gesundheit

Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es sogar 44 Prozent. Damit sei beim Rauschtrinken im Vergleich zur Erhebung in 2010 (18 Prozent beziehungsweise 42 Prozent) keine Trendwende sichtbar. Positiv stellt die BgZA allerdings heraus, dass immer mehr 12- bis 17-Jährige vollständig auf Alkohol verzichten: 30 Prozent geben an, noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken zu haben. Vor zehn Jahren waren es lediglich 13 Prozent.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Rauschtrinken stellt gerade für Jugendliche ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und kann zu einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung führen." Im vergangenen Jahr wurden Mortler zufolge deutschlandweit mehr als 26.000 Jugendliche aufgrund von Alkoholvergiftungen im Krankenhaus behandelt. Sehr beunruhigend findet sie den sehr hohen Anteil junger Erwachsener, die sich regelmäßig betrinken. Sie fordert ein gesellschaftliches Umdenken zu einem "verantwortungsvollen Alkoholkonsum".

Licht und Schatten

„Die Studie der BZgA zum Alkoholkonsum junger Menschen zeigt Licht und Schatten", meint Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA: "So verzichten immer mehr 12- bis 17-Jährige vollständig auf Alkohol. 30 Prozent geben an, noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken zu haben. Vor zehn Jahren waren es lediglich 13 Prozent." Leider stehe dieser positiven Entwicklung ein fast unverändert hoher regelmäßiger Alkoholkonsum der Jugendlichen ab 16 Jahren gegenüber. Pott: "Fast 32 Prozent trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Auch beim Konsum riskanter Alkoholmengen sind seit 2010 kaum Veränderungen zu sehen. Um hier eine Trendwende zu erreichen ist es notwendig, dass wir die medialen Präventionsanstrengungen fortsetzen und die Maßnahmen auf kommunaler Ebene intensivieren.“

Schwerpunkt in der schulischen Suchtprävention

Die BZgA will bei ihren weiteren Präventionsmaßnahmen einen Schwerpunkt in der schulischen Suchtprävention setzen. Neben einer interaktiven DVD zum Thema Alkohol stellt sie Materialien zur Unterrichtsgestaltung an weiterführenden Schulen zur Verfügung. Außerdem will die BZgA ihre Social-Media-Strategie verstärken und gemeinsam mit Jugendlichen Themenschwerpunkte, etwa zum Thema Alkohol und Aggression, entwickeln. Geplant sei auch, den nächsten Bundeswettbewerb Alkoholprävention zum Thema „Kommunale Strategien“ aufzusetzen. Bereits bestehende vor Ort-Angebote zur Prävention des Rauschtrinkens sollen zudem stärker mit der Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ vernetzt werden.

Für die aktuelle Studie wurden im Jahr 2012 insgesamt 5.000 Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrem Alkoholkonsumverhalten befragt.


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