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03.07.14 / 08:20
Gesellschaft

Alt und gesund

Ingrid Fischbach ist parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium. Uns erzählte sie, wie die Regierung die Gesundheit älterer Menschen fördern will und was sie für ihre eigene Fitness tut.



Ingrid Fischbach auf der Bundeskonferenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Anfang Juni. zm

zm: Frau Fischbach, Sie arbeiten in einem sehr stressigen Beruf: Was tun Sie persönlich dafür, um möglichst lange gesund und aktiv zu bleiben? 

Ingrid Fischbach: Der Beruf als Politikerin bietet naturgemäß nicht so gute Voraussetzungen, um gesund und aktiv älter zu werden. Viele Sitzungen bis spät in die Nacht und unregelmäßige Tagesabläufe erschweren die entsprechenden Bemühungen. Die richtige Ernährung ist besonders wichtig, ich versuche daher, mich nach Möglichkeit gesund und ausgewogen zu ernähren und habe auf meinem Schreibtisch immer eine Schale Obst stehen. Wenn es die Zeit erlaubt, mache ich auch gerne Spaziergänge in meiner Heimatstadt Herne. Dabei kann ich gut abschalten und bin an der frischen Luft und zugleich in Bewegung. Leider komme ich viel zu selten dazu - oft macht der Terminkalender diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Welche Voraussetzungen kann die Politik schaffen, um die Gesundheit älterer Menschen zu fördern?

Die Gesundheit der älteren Menschen ist für uns ein wichtiger Aspekt der Gesundheitspolitik. Natürlich wünschen wir uns alle, im Alter noch fit zu sein und aktiv und selbstständig am Leben teilhaben zu können. Die Politik kann dabei auf unterschiedlichen Ebenen helfen.

Die Bundesregierung versucht mit der Demografie-Strategie seit 2012 - ressortübergreifend mit Ländern, Kommunen und Vertretern der Zivilgesellschaft -  ältere Menschen direkt in ihrem Umfeld zu erreichen. Dazu gehören natürlich auch die zentralen Bereiche Gesundheit und Pflege, aber auch der Bereich Arbeit. Wir unterstützen die betriebliche Gesundheitsförderung und machen sie zu einem wichtigen Aspekt im geplanten Präventionsgesetz.

Manche Unternehmen haben den Wert der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter längst erkannt und berücksichtigen in ihren täglichen Abläufen, dass die Älteren nicht mehr ganz so belastbar sind wie die jungen Kollegen und auch häufiger krank werden können, dafür profitieren sie von deren Erfahrung. Für die nicht mehr erwerbstätigen Älteren sind unter anderem die Kommunen aufgerufen, geeignete Angebote für Senioren zu unterstützen. 

Wie kann man Tabuthemen im Alter - beispielsweise der Missbrauch von Alkohol und Medikamenten - sensibel und zugleich offensiv thematisieren?

Das Thema Alkohol- und Medikamentenmissbrauch im Alter eben nicht als Tabu zu behandeln, ist schon ein wichtiger Schritt. Wer als Angehöriger, als Arzt oder auch als Pflegekraft den Eindruck hat, eine ältere Person trinkt zu viel und schluckt zu viele Tabletten, sollte das Thema mutig ansprechen, mit Wertschätzung und ohne Vorwurf gegenüber dem Betroffenen oder der Betroffenen.

Wir sollten keine Angst haben, auf Ablehnung oder Leugnen zu stoßen. Auch für die Betroffenen ist eine Abhängigkeit ja keine positive Erfahrung, viele sind dankbar, wenn ihnen Hilfe angeboten wird. Auch sind die Therapiequoten bei den Älteren häufig besser als bei Jüngeren. Für alle Altersgruppen gilt: Es ist immer ein Gewinn an Lebensqualität, von einer Abhängigkeit loszukommen.

Die Fragen stellte Julian Thiel.
 



 
 


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