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09.04.14 / 09:53
Gesellschaft

Ausgebrannte Lehrer

Bundesländer und Schulen müssen mehr gegen psychische Erkrankungen bei Lehrern tun. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Gutachten des Aktionsrats Bildung.



Mangelndes Prestige des Lehrerberufs, Mobbing, Überstunden und eine häufig fehlende Feedback-Kultur seien einige der Gründe, warum die Diagnosen psychischer Erkrankungen im Bildungswesen ansteigen, heißt es in der Studie. MEV

Die Studie mit dem Titel "Psychische Belastungen und Burnout beim Bildungspersonal" hat Ursachen für seelische Leiden im Bildungsbereich analysiert und Handlungsempfehlungen für Politik und Bildungseinrichtungen formuliert. 

Mobbing, Überstunden und mangelndes Prestige

Mangelndes Prestige des Lehrerberufs, Mobbing, Überstunden und eine häufig fehlende Feedback-Kultur seien einige der Gründe, warum die Diagnosen psychischer Erkrankungen im Bildungswesen ansteigen, heißt es in der Studie.

Erziehung wird auf die Schule abgewälzt

"Die Belastungen haben deutlich zugenommen", sagte dazu auch der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel. Hinzu komme, dass Erziehungsaufgaben immer mehr auf die Schule abgewälzt würden. Die Folge: Burnout-Symptome wie chronische emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen und eine Unfähigkeit, abschalten zu können, könnten dann zu Fehlzeiten und Frühpensionierungen führen. 

Qualifizierte Lehrer sind entscheidend

"Darunter leidet am Ende auch die Bildungsqualität", erklärte Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die den Aktionsrat finanziert. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter seien entscheidend für einen erfolgreichen Unterricht. "Sie sind der Motor für ein leistungsstarkes Bildungssystem", betonte Gaffal. 

Der Aktionsrat will deswegen frühzeitige Maßnahmen. "Bildungspolitik und Bildungseinrichtungen sind aufgefordert, ihren Beitrag zur Prävention und Intervention zu leisten", erklärte Gaffal. Der Aktionsrat drängt darauf, bereits mit Studienanfängern Gespräche zu führen und die angehenden Lehramtsbewerber über die beruflichen Anforderungen zu informieren. Unablässig sei zudem eine Reform des Staatsexamens: Dazu müssten Unterrichtspraktika und Lehrassistenzen schon in der Anfangsphase des Studiums gehören. 

Nach dem Studium müsse man Lehrer weiterhin besonders begleiten. "Die vbw empfiehlt der Staatsregierung, flächendeckend Serviceeinrichtungen für Gesundheitsmanagement bereitzustellen, an die sich Betroffene und Bildungseinrichtungen wenden können", betonte Gaffal. "Hiermit kann Bayern erneut seine Vorreiterrolle in der Bildungspolitik dokumentieren." 

Alles Einzelkämpfer?

Ein weiterer Risikofaktor für Seelenleiden sei das Einzelkämpfertum im Lehrberuf. Dagegen brauche es eine ausgeprägte Feedback-Kultur zur sozialen Unterstützung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten beispielsweise im Bereich Stressmanagement. 

Der BLLV begrüßte den Vorstoß. "Die Staatsregierung ist in Sachen Lehrergesundheit bis heute weitgehend untätig geblieben", kritisierte Präsident Wenzel. Vor allem Schulleiter treffe dieses Versäumnis hart: Sie müssten bei Krankheitsfällen improvisieren. Der Unterricht sei dann kaum aufrechtzuerhalten, da die Lehrerversorgung zu knapp sei.


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