nh/pm
04.02.15 / 09:42
Gesellschaft

Ein Lächeln schenken

Der Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V. aus Freiburg ist seit heute im ostafrikanischen Burundi mit einem Einsatzteam vor Ort. Ihr Ziel: Kindern erstmals ein Lächeln zu schenken.



Dr. Oliver Blume von der Deutschen Cleft Kinderhilfe ist Leiter des Ärzte-Teams für Burundi. Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V.

Unter der Leitung des Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Dr. Oliver Blume aus München hat sich das Ärzte-Team der Deutschen Cleft Kinderhilfe auf den ersten zweiwöchigen Einsatz in Burundi vorbereitet. Zwei Wochen lang werden sie jetzt in einem der ärmsten Staaten der Welt Operationen für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten durchführen.

OP-Werbung in der Kirche

Vor Ort kümmerte sich der Verein burundikids bereits um die Bekanntmachung der anstehenden Operationen im Krankenhaus „Centre Médical Hippocrate“. Dies geschah vor allem über Ankündigungen in Kirchen, Schulen und übers Radio. Viele Patienten erfuhren so zum ersten Mal in ihrem Leben, dass es Hilfe für sie gibt. 

Patienten werden ausgegrenzt

Ziel der Vereine ist, den Kindern und Jugendlichen - aber auch erwachsenen Patienten - die Rückkehr in ein normales Leben zu ermöglichen. Menschen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte leiden häufig unter extremer Ausgrenzung, können oft nicht richtig essen und trinken und haben große Probleme beim Sprechen.

"Während des Einsatzes sollen nicht nur Patienten operiert werden, die sonst keinen Zugang zu diesem Eingriff hätten", erläutert Einsatzleiter Blume. "Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe. Deswegen praktizieren wir mit burundischen Kollegen, um sie weiterzubilden. Sie sollen auch nach unserer Abreise das Projekt weiterentwickeln, eine Spaltsprechstunde einrichten und mittelfristig selbst Operationen durchführen. Unser Ziel ist der Aufbau einer permanenten LKG-Station, an die sich die Menschen wenden können.“

Armut, wohin man blickt

Burundi zählt nach dem zehnjährigen Bürgerkrieg laut aktuellem Welthunger-Index zu den drei ärmsten Staaten der Welt. 60 Prozent der Menschen gelten als unterernährt, nur die Hälfte aller Kinder kann zur Schule gehen. Medizinische Versorgung ist oft nicht zugänglich oder nicht erschwinglich.

Das "Centre Médical Hippocrate" wurde 2010 von der Stiftung burundikids Schweiz in Kooperation mit burundikids e.V. im ländlichen Umfeld der Hauptstadt Bujumbura gebaut, um die medizinische Versorgung von 80.000 Menschen zu verbessern. 2011 und 2014 wurde es um eine Gynäkologie und eine Pädiatrie erweitert. Das Krankenhaus verfügt außerdem über ein Labor, eine Apotheke und die einzige Ambulanz im größeren Umfeld. Langfristig planen burundikids und die Deutsche Cleft Kinderhilfe eine Station für Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Der Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V. baut seit 2002 umfassende und nachhaltige Hilfsprojekte für Spaltkinder in Entwicklungsländern auf. In Kooperation mit einheimischen Ärzten werden so jährlich 4.000 Operationen und Folgebehandlungen wie Sprachtherapie und Kieferorthopädie für mittellose Kinder ermöglicht.


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