sp/pm
02.04.14 / 17:00
Gesellschaft

Heute ist Welt-Autismus-Tag

Autisten sind anders. Sie haben Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen, sind häufig hochintelligent und sehr einseitig begabt. Der heutige Tag soll ihr "Anderssein" herausstellen.



Die UNO führte den internationalen Welt-Autismus-Tag 2008 von der UNO ein. Autismus, von der Weltgesundheitsorganisation als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert, wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht.

Abweichender Informationsverarbeitungsmodus

Andere Forscher und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich in Schwächen bei sozialer Interaktion, Kommunikation und in stereotypen Verhaltensweisen einerseits und Stärken in Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz andererseits äußert.

Allen autistischen Behinderungen sind Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens gemeinsam: Schwierigkeiten, mit anderen Menschen zu sprechen, Gesagtes richtig zu interpretieren, Mimik und Körpersprache einzusetzen und zu verstehen.

Die berühmten Inselbegabungen

Die Interessen von Autisten sind meist auf bestimmte Gebiete beschränkt, jedoch besitzen manche außergewöhnliche Fähigkeiten, zum Beispiel können sie alles im Kopf rechnen, akribisch zeichnen, sind talentiert in der Musik oder können sich alles merken. Man spricht dann von einer "Inselbegabung". Sie können sich eventuell nicht alleine anziehen, lernen aber komplette Telefonbücher auswendig.

Das Asperger-Syndrom unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus in erster Linie dadurch, dass oft keine Verzögerung beziehungsweise kein Entwicklungsrückstand in der Sprache oder der kognitiven Entwicklung vorhanden ist. Hingegen sind in der psychomotorischen Entwicklung und der sozialen Interaktion Auffälligkeiten festzustellen.

Jede Geste ein Fragezeichen

Autistische Kinder können zunächst keine Geste, kein Lächeln, kein Wort verstehen. Sie ziehen sich zurück, kapseln sich "autistisch" ab. Jede Veränderung in Ihrer Umwelt erregt sie stark. Von der Störung sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Die Symptome des frühkindlichen Autismus sind allerdings in ihrer Zusammensetzung und ihrem Ausprägungsgrad von Kind zu Kind unterschiedlich.

Autistische Kinder bestehen oft zwanghaft auf ganz bestimmte Ordnungen oder können ihre Eltern zur Verzweiflung bringen durch exzessives Sammeln bestimmter Gegenstände, durch ihre Weigerung, bestimmte Kleidung zu tragen oder durch Wiederholung derselben Verhaltensweisen oder sprachlichen Äußerungen.

Häufigkeit der autistischen Spektrumstörungen je 1.000

  • alle autistischen Spektrumstörungen: 6 bis 7
  • frühkindlicher Autismus: 1,3 bis 2,2              
  • Asperger-Autismus: 1-3
  • andere tiefgreifende Entwicklungsstörungen: 3,3

 

~


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt