nh/pm
04.06.15 / 17:03
Gesellschaft

"In diesem Dunkel leuchtete die Menschlichkeit auf"

Angesichts der Erdbebenkatastrophe in Nepal rief Dr. Joachim Hoffmann aus Jena vor vier Wochen zu Spenden auf - fast 51.000 Euro kamen daraufhin zusammen. Zum Dank schrieb Klinikpräsident Bijaya Mali einen bewegenden Brief.




50.859,98 Euro in nur vier Wochen: Dr. Joachim Hoffmann, Initiator der Aktion, dankt für die große Spendenbereitschaft - sein Verein „Gesellschaft für medizinisch- technische Zusammenarbeit e.V.“  leitet das Geld direkt an die Chhatrapati Free Clinic (CFC) in Kathmandu weiter, die sich um die Bedürftigen vor Ort kümmert.

Ein erster Teil des Geldes sei schon auf dem Konto der Klinik angekommen, berichtet Hoffmann: "Der zweite Teil ist unterwegs. Wir können versichern, dass jeder gespendete Cent Kathmandu erreicht und dort in äußerst vertrauensvolle Hände gelangt."

"Helfen, wo das Geld wirklich gebraucht wird"

Seit 1992 sind Dr. Hoffmann und seine Frau Luise Zimmermann eng mit dem Leiter der Klinik und den Menschen dort verbunden. Mit ihrem Verein unterstützen sie die Einrichtung regelmäßig mit Sachmitteln, Experteneinsätzen vor Ort und Geldspenden.

"Die Chhatrapati Free Clinic funktioniert wie ein Verein", erläutert Hoffmann. Regelmäßig wird von der Gemeinschaft aller Mitglieder ein Leitungskomitee gewählt, das rechenschaftspflichtig ist. Dieses Komitee berät und entscheidet in einem transparenten Prozess über die Verwendung von Spenden. "Wir haben sichern können, dass das Geld direkt von Personen verwaltet wird, die wir lange persönlich kennen und die unser Vertrauen genießen. Es wird nicht über anonyme bürokratische Institutionen verteilt."

Spendenzweck: Soforthilfe und langfristige Unterstützung

Die Spendengelder werden nach zwei verschiedenen Bereichen aufgeteilt: Soforthilfe und langfristige Arbeit. Zur Soforthilfe zählt vor allem die Bereitstellung von Nahrung und Wasser, Medikamente und Verbandsmaterial sowie Decken, Zelte und Wellblechschutzhütten für obdachlos gewordene Familien, Kinder und Alte.

Außerdem werden „tin shelters“ eingerichtet. Diese haben im Vergleich zu Zelten wesentliche Vorteile: Sie widerstehen dem Monsunregen besser, werden in Nepal gefertigt und können sowohl als provisorische Schutzhütte als auch später für den Wiederaufbau von Häusern oder Schulen erwendung finden.

Zur langfristigen Unterstützung werden Spendengelder eingesetzt, um Disaster-Management-Trainings an der CFC zu unterstützen sowie Gebäudeschäden an der Klinik zu reparieren. Außerdem soll die Reinwasserversorgung der Einrichtung verbessert  und medizinische Geräten angeschafft werden, die man in Deutschland als Spende nicht bekommen kann.


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