ck/pm
13.12.13 / 10:31
Gesellschaft

Leben im Web

Aktuelle Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen, wie Jugendliche das Internet nutzen. Klar ist: Das Web ist für sie nicht mehr wegzudenken.



Facebook verbieten? Nein, Eltern sollten ihren Kindern vormachen, wie man das Internet verantwortungsbewusst nutzt. TK

Die BZgA befragte 2011 insgesamt 5.001Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrem Online- und Computerspiel-Verhalten befragt. Ergebnis: „Für junge Menschen ist die Nutzung des Internets zur Selbstverständlichkeit geworden", sagte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. In Schule und Beruf werde Medienkompetenz vorausgesetzt. "Gleichzeitig ist mit der hohen Attraktivität von Internetangeboten und Computerspielen aber immer auch das Risiko einer exzessiven und problematischen Nutzung gegeben.“

2,5 Prozent sind exzessive Nutzer

Bei etwa 2,5 Prozent der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland liegt demnach eine solche exzessive Nutzung von Internet- und Computerspielangeboten vor. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es dabei nicht. Exzessive Nutzung heißt zum Beispiel, dass die Zeit, die im Internet verbracht wird, nicht mehr kontrolliert werden kann oder dass es zu Angstzuständen oder Reizbarkeit kommt, wenn man nicht online sein kann.

Im Netz kommunizieren

97,7 Prozent der Befragten nutzten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung das Internet. Im Vordergrund stehen für beide Geschlechter Kommunikationsangebote wie zum Beispiel E-Mails oder soziale Netzwerke, Informationsseiten wie Wikipedia oder Google und Unterhaltungsangebote wie Musik- und Videodownloads.

Männer ballern, Frauen denken

Computerspiele sind bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ebenfalls beliebt: 53,9 Prozent geben an, online zu spielen und 76,4 Prozent spielen offline - zum Beispiel über Spielkonsolen. Männliche Befragte nutzen Computerspiele rund dreimal so lange wie weibliche Befragte. Dabei bevorzugen sie  „Ballerspiele“, Abenteuer-, und Sportspiele, während bei den Mädchen und jungen Frauen eher Denk- und Geschicklichkeitsspiele im Trend liegen.

Kompetenz im Web stärken

Pott: „Damit Jugendliche erst gar kein suchtähnliches Verhalten entwickeln, ist es wichtig, sie früh zu erreichen und bei ihnen einen kritisch-verantwortungsvollen Gebrauch des Internets zu fördern." Präventionsangebote sollten dabei das unterschiedliche Nutzungsverhalten von Mädchen und Jungen sensibel aufgreifen und ihre Kompetenzen im Netz entsprechend stärken.

Mit ihrem Präventionsangebot „Ins Netz gehen“ (www.ins-netz-gehen.de) setzt die BZgA bei Jugendlichen ab 12 Jahren an, um den kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen und Internet zu fördern und für die Risiken einer exzessiven Nutzung zu sensibilisieren. Das Online-Beratungsprogramm „Das andere Leben“ bietet außerdem Unterstützung an, wenn eine Tendenz zur suchtähnlichen Nutzung von Computerspielen und Internetangeboten vorliegt.

Weitere Informationsangebote der BZgA:

  • „Computerspiele find ich toll! Wo ist das Problem?“ - Flyer zum Thema „Computerspiele im Internet“ für Jugendliche
  • „Im Netz bin ich am liebsten! Wo ist das Problem?“ Flyer zur richtigen Nutzung von Internetangeboten für Jugendliche
  • „Online sein mit Maß und Spaß“ - Ein Elternratgeber zum richtigen Umgang mit digitalen Medien

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